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Mehr als Bauen und Wohnen
Höri (ov). Ein ruhiges Jahr auf der Höri - keine rauschend gefeierten Ortsjubiläen, keine imponierenden öffentlichen Bauwerke, noch kein Hessejahr. Dennoch ist das, was passierte oder unterblieb, bezeichnend. Es zeigt, dass mit den drei neuen Bürgermeistern auch eine neue Zeit angebrochen ist, die durchaus ihre Herausforderungen hat.
Für folgende Bebauungspläne wurde der Satzungsbeschluß gefaßt: Bettnang (Weiler), Gütebohl-Ost (Gaienhofen), Obere Freiburgern III (Iznang), Gräbäcker (Hemmenhofen) und Waibelgarten (Weiler). Ettenbohl II (Wangen) als Teilstück des Baugebiets Wangen-West wird derzeit erschlossen, die Offenlage des Bebauungsplans Wiesengrund (Schienen) wurde soeben abgeschlossen. Die Restfläche des Baugebiets "l;Sandäcker"l; (Bankholzen) mit zwölf Bauplätzen wird überbaut, der erste Spatenstich im größten Baubegiet der Höri, dem "l;Silberhardt"l; (Öhningen) mit 67 Bauplätzen, erfolgte bereits im April 2001. In Gaienhofen wirbt die Gemeinde schon jetzt Interessenten für ihr neues Baugebiet am Ortsrand (Kohlgarten/Im Riemen), dessen Grundstücke sämtlich in Gemeindehand sind. Die Überplanung ist angelaufen.
Gemeindeeigene Bauplätze gibt es also höriweit wieder, in Öhningen und Gaienhofen sogar schon ohne jede Form von Warteliste, in Moos wird die große Entspannung von der Erschließung des Baugebiets "l;Obere Freiburgern"l; in Iznang im kommenden Frühjahr erwartet. Offiziell steht die Zahl der gemeindeeigenen Bauplätze hier noch nicht fest, die Verwaltung erwartet aber, dass alle Bauwilligen, die die Vergabekriterien erfüllen, auch einen Platz erhalten.
Beste Aussichten also für alle Bauwilligen, die ihren Wohnsitz schon auf der Höri haben und endlich selbst bauen wollen -und Anlaß genug, eine Hoffnung wenigstens einmal zu artikulieren: dass sich die drei Kommunen nie gezwungen sehen, aufgrund finanzieller Zwänge von ihren strengen Vergabekriterien abzuweichen. Schließlich wird der Grunderwerb mit beträchtlichen Summen vorfinanziert. Die großzügige Entwicklung hat auch ihre Schattenseiten in einer Landschaft, die mit guten Gründen auf die Eigenentwicklung festgelegt ist.
Was ist nicht passiert im laufenden Jahr? Erfolglos blieben bisher die Bemühungen der Gemeinde Öhningen um die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes, der die Grundversorgung der Bevölkerung nach der Schließung des Kaufhaus Ritzi sichern könnte. Verhalten optimistisch gibt sich dagegen der Gaienhofener Bürgermeister, der in gleicher Sache einen Optionsvertrag mit einem Investor geschlossen hat. Damit sichert sich dieser die untere Häfte des Kohlgartens, die er natürlich nur dann mit einem Markt bebauen wird, wenn die Verhandlungen, die er derzeit mit potentiellen Betreibern führt, an ein glückliches Ende gelangen. Das gesamte, nicht unerhebliche finanzielle Rsisko hat ohnehin der Betreiber zu schultern.
Beim Thema "l;Lebensmittelmarkt"l; wird deutlich, wie sehr Infrastrukturentscheidungen einer Gemeinde Auswirkungen auch auf ihre Nachbarn haben. Wie ein Raubritter sitzt der glänzend geführte Mooser Markt am Tor zur Höri und kassiert seinen Wegezoll von allen Vorbeifahrenden. Dass mit ihm als Konkurrenz das Geschäft in der Mitte oder am Ende der Höri schwieriger, wenn nicht gar illusorisch wird - wer wollte das leugnen! Bald soll der Mooser Markt um einen Getränkemarkt erweitert werden, die entsprechenden Planungen sind angelaufen. Das Thema "l;dorfgerechter Ortseingang"l; sollte dabei vor lauter Freude über Investition und Arbeitsplätze nicht unter den Tisch fallen.

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