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Verzicht als Chance Von Ute Mucha
»Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar« wußte schon der kleine Prinz in Antoine de Saint-Exupérys immer wahren Geschichte. Zu Beginn eines Jahres, dass mehr Verzicht als Zuwachs verspricht, scheint dieser Satz an Gültigkeit zu gewinnen. Wesentlich sind weniger materieller Wohlstand und überflüssiger Luxus. Auch wenn dies äußerst angenehm ist und wir mit ständig wachsenden Ansprüchen konfrontiert werden. Wesentlich wird sein, sich bescheiden zu können, Verzicht zu üben und sich auf das scheinbar Selbstverständliche zu besinnen. Wieder zu lernen, mit dem zu haushalten, was zur Verfügung steht und vielleicht auch dabei Abstriche zu machen. Zum Beispiel bei der Frage, wohin die nächste Urlaubsreise geht oder ob eine Digitalkamera unbedingt notwendig ist. Sich ein bißchen begnügen und das Eigentliche schätzen zu lernen heißt auch, den Blick zu schärfen für die Selbstverständlichkeiten des Alltags: das gemeinsame Abendessen mit Familie und Freunden, das Lachen der Kinder, ein wohlig warmer Kachelofen oder ein herzliches Dankeschön für eine kleine Gefälligkeit. Vielleicht ist das Lernen zu verzichten eine Chance, sich wieder auf das Wesentliche, das menschliche Miteinander, zu besinnen. Das, »was man nur mit dem Herzen sieht«. Denn auf das sollten wir bei allen düsteren, äußeren Vorzeichen für das neue Jahr wirklich nicht verzichten.

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