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Rückblick Region Weiherhof Böhringer Weiherhof könnte doch noch zum Pferdehof werden
Bettenburgen wachsen auch im Kreis Konstanz nicht in den Himmel: Der Singener Rechtsanwalt Edgar Mallwitz träumte von 2200 Touri-Betten auf dem Böhringer Weiherhof-Areal. Professor Curtius suchte seit vielen Jahren einen Käufer, hatte eigentlich alle Optionen bis hin zum Golfplatz durchgespielt. Seine klare Einsicht zum herrlichen Gelände: Ein Privatmann kann ein solches Grundstück so nicht unterhalten. Inzwischen hat er Teile des Areals an einen schwäbischen Pferdezüchter verkauft, auf dessen Absichten alle gespannt sind.
Was zwischendurch passiert ist, beschäftigt bereits die Gerichte. Edgar Mallwitz hatte seinen Mandanten Gerhard Bamberger mit einem Optionsvertrag für das Großprojekt gewonnen gehabt. Gesprochen wurde von einer großen Therme wie bei München (der Radolfzeller Gemeinderat ging schnell auf Besichtigungstour), einem Wellness-Hotel mit Einkaufszeile, Blockhäusern und einem großen Veranstaltungssaal, der alle Hallenprobleme in der Region hätte lösen können.
Das Projekt des früheren Singener CDU-Vorsitzenden fand politisch eine Menge Zustimmung. Wie einst der Hauptmann von Köpenick marschierte der geübte Tambour-Major voran und ließ das Projekt im Radolfzeller Flächennutzungsplan ebenso verankern wie im Regionalplan. Alle Behörden legten den Turbo ein, denn keiner wollte am Scheitern des Projekts schuld sein. Gerhard Bamberger zahlte unterdessen seine Optionsgebühren, 50 000 Mark im Monat! Dann wollte er endlich Fakten auf dem Tisch haben. Da platzte langsam das Projekt. Mallwitz hatte nichts in der Hand.
Bei der Abwicklung eines Hausverkaufs in der Schlachthausstraße in Singen, der ebenso geplatzt war, hatte er das Geld, über 300 000 Mark, in die eigene Kasse gesteckt. Vier Jahre lang wurde nicht vollstreckt. Bamberger selbst hatte dem Anwalt noch Geld gegeben, um die drohende Vollstreckung durch Verkaufspartner GVV zu umgehen. Beim Kassensturz fehlte aber auch dieses Geld wieder.
Fakt: Das Bodenseegebiet ist für Tourismus-Investoren weiterhin Ödland. Mallwitz hat alle an der Nase herumgeführt und steht persönlich jetzt vor einem riesigen Scherbenhaufen. Was aus dem Gelände letztlich wird, steht zu Beginn von 2003 wirklich in den Sternen . . .
Hans Paul Lichtwald

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