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2002: Planungen und Konzepte Radolfzell (aj). Denken Sie auch: Nichts tut sich in Radolfzell? Dann schauen sie einmal hinter die Kulissen - beispielsweise in dem Sie sich im Stadtentwicklungsprozess engagieren. Dann werden Sie merken: In 2002 wurde nicht gebaut und eingeweiht, es folgten nicht die großen Taten, sondern die großen Planungen und Konzepte. Ein bisschen mehr Öffentlichkeit hätte da allerdings nicht geschadet.
Manches wurde in 2002 angestoßen und in Gang gebracht. So das Stadtentwicklungskonzept. Nach Stadtmarketing und ähnlich gelagerten Projekten in der Vergangenheit, wurde mit professioneller Unterstützung ein Stadtentwicklungsprozess in Gang gesetzt, der vielversprechend ist. Die Bürger sind aufgerufen sich zu beteiligen, der Startschuss gab das erste Bürgerforum am 10. Dezember. Unter dem Motto »Zukunft am See« hat sich die Stadt aufgemacht, die nächsten zehn bis 20 Jahre zu planen. In fünf Phasen soll der Stadtentwicklungsprozess bis Dezember 2003 abgeschlossen sein, dann geht es an die Umsetzung einzelner Projekte. Auf Worte müssen dann Taten folgen!
Mit dem Ankauf eines zentralen Grundstücks auf dem Gerberplatz, dem Zeisner-Anwesen, kam die Stadt ihren Planungen wieder ein Stück näher. Das Areal, das Kino, Restaurant sowie Geschäfte und ca. 30 PKW-Stellplätze umfasst, kaufte die Stadt am 11. Oktober für 1,8 Millionen Euro. Interesse an dem Standort Gerberplatz hatte schon früh Bio-Bäcker Antelmann aus Öhningen bekundet. Ganz so schnell wie ursprünglich gedacht, geht es nun doch nicht mit dem Öko-Kaufhaus, erst muss das Parken geklärt sein, dann folgt alles weitere. Derzeit entwickelt das Bauamt der Stadt parallel unterschiedliche Szenarien: eine kleinteilige Nutzung mit verschiedenen Einzelgeschäften, Büros, Wohnnutzung und Bio-Bäckerei oder die großflächige Nutzung durch ein Öko-Kaufhaus sowie Freizeit- und Unterhaltungsangebote auf dem Platz. Die Frage einer Tiefgarage auf dem letzten frei verfügbaren innerstädtischen Platz wird die Finanzlage entscheiden. Auch die Polizei am Gerberplatz ist nach wie vor Wunsch von Land und Stadt, gemeinsam wird an einer Lösung gearbeitet, die in einer der ersten Sitzungen des Technischen Ausschusses im kommenden Jahr vorgestellt wird.
Über 13 Hektar ist das Betriebsgelände von Schiesser groß. Doch Schiesser benötigt diese Fläche schon lange nicht mehr und plant, seinen Standort in die Gründerecke zwischen Schützenstraße und Jahrhundertbau zu verlegen (5,4 Hektar Fläche). Die freiwerdenden 7,6 Hektar werden von der Hesta, einer Schwester von Schiesser, unter dem Begriff »Focus-Park« verwaltet und vermarktet. Ein vielfältiger Nutzungsmix ist vorgesehen - hier bieten sich ungeahnte Chancen, aber auch Risiken für die Stadt. Sie muss mit Schiesser im Gespräch bleiben, damit nicht an der Stadt vorbei geplant wird. Ein Bebauungsplanentwurf ist in Bearbeitung, soll am 25. Februar 2003 im Gemeinderat diskutiert werden und noch vor der Sommerpause in die Offenlage gehen. Für den Bereich Markthallenstraße wurde von Hesta mittlerweile der Abriss beantragt - ob da der Denkmalschutz mitspielt?
Noch kurz vor Jahresende gab der Gemeinderat der Saunalandschaft im Herzen grünes Licht. Investor Schuler aus Hohenfels musste viel Geduld aufbringen, bis es soweit war und er endlich seine Pläne verwirklichen kann. Der große Wurf für Radolfzell ist die Saunalandschaft nicht, doch mancher Rat mag angesichts der traurigen Finanzlage der Stadt bei sich gedacht haben: »Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach«.
Bleibt zu hoffen, dass die Saunalandschaft und das damit verbundene landschaftsplanerische Entwicklungskonzept Herzen nach dem sang- und klanglosen Platzen des »Ferienpark Weiherhof«, ein touristischer Gewinn darstellt. Das könnte der Campingplatz Markelfingen auch sein, wenn der denn endlich saniert würde. Das Thema beschäftigt die Markelfinger schon lange. Im Herbst 2002 stellte der Gemeinderat finanzielle Mittel für die Sanierung des Markelfinger Campingplatzes bereit. Das Sanitärgebäude mit Rezeption soll in einem ersten Bauabschnitt bis Saisonbeginn 2003 betriebsfertig sein, die Aufteilung der Stellplätze soll zur Wintersaison 03/04 erfolgen. Über den Gastrobereich wird noch diskutiert, einer ganzjährigen Nutzung stehen naturschutzrechtliche Belange entgegen. Zum nächsten Saisonbeginn wird es auch einen neuen Pächter geben.

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