Jahresrrückblick 2002
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*  Donnerstag 02. Januar 2003

Personalien in Singen

Trauer um

City-Matadore

Das Jahr 2002 war zwar nicht unbedingt ein Jahr des Umbruchs, aber es zeigte den Wechsel der Generationen auf. Jene, die nach 1968 Aufbruchstimmung verbreitet haben, nehmen jetzt von uns Abschied. Drei City-Ring-Matadore der ersten Stunde wurden betrauert. Alf Roth-Schuler stand selten in der ersten Reihe, bewirkte so aber langfristig mehr. Kurz vor seinem plötzlichen Tod in der Kur besuchten ihn noch die Weggefährten Dr. Artur Sauter und Georg Oexle. Kurz darauf starb auch Georg Oexle, langjähriger Vorsitzender des City Rings. Mit beeindruckender Haltung hatte er bis zuletzt seinem Krebsleiden getrotzt. Und dann starb mit Heinz Läufer auch noch jener Mann, der Kultur und Kommerz zusammengeführt hatte. Bei seinem Tod gedachten viele auch Helmut Graf, der mit ihm den Kulturförderkreis zum Erfolgskonzept gemacht hatte.-li-

Johann tritt

ins zweite Glied

Fast 35 Jahre hat Dietmar Johann die SPD-Politik in Singen endscheidend geprägt, jetzt trat er ins zweite Glied. Neue Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat ist Regina Brütsch. Die nackte Meldung wird der Emotionalität, die dahinter steht, nicht gerecht. Die Mehrheit der Fraktion wollte eine andere Führung, also nicht mehr Dietmar Johann, der bei der Rückkehr aus dem Urlaub damit konfrontiert wurde. Sein Rückzug kam beim Neujahrsempfang der Genossen, die aus allen Wolken fielen.

Dietmar Johann trägt es gelassen: Im Gemeinderat bringt er seinen Sachverstand wie bisher ein. Er kann damit leben. Ihm ging es immer um die Stadt Singen. Und in der hat er auch persönlich mehr erreicht, als er je träumen konnte. Wir kennen uns seit 35 Jahren, als er noch für die Jungsozialisten missionierte. Zwei Jahre später war Johann der SPD-Vorsitzende, der Friedhelm Möhrle Siegeszug auf den OB-Sessel begleitete. Im Gemeinderat war er 1968 der Benjamin. Die Zeit ist schneller geworden. Und sie zieht an vielen einfach vorbei. Johann, der zweimal für den Landtag kandidierte, hat dies jetzt spüren müssen. -li-

Nach Kinderklinik

kommt OP-Trakt

Im Singener Hegau-Klinikum geht es rund: Kaum ist der neue Bettentrakt eingeweiht, der auch die neue Kinderklinik beinhaltet, da kommt mit weiteren 40 Millionen Euro der neue OP-Trakt hinzu. In Containern werden zwischendurch die Operationen durchgeführt. Mit dieser Baumaßnahme wird die Sanierung der Klinik endgültig abgeschlossen. Was vor über zwölf Jahren mit der Vision eines Neubaus begann, ist damals zum Glück auf den harten Boden der Realität gestoßen. Das Geld reichte nicht. Bei 200 Millionen Mark bekamen die Gemeinderäte damals kalte Füße. Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, wird dennoch mehr als diese Summe investiert sein! So ändern sich die Zeiten.-li-

Gerangel um

Märkte-Konzept

Singen tut sich mit dem Marktkonzept als Ausfluss des Einzelhandelsgutachtens weiter schwer. Der Media-Markt hat im EKZ 2002 eröffnet. Und im alten OBI brennt jetzt auch wieder das Licht: Mit Robin Hood ist ein mittelständiger Möbelhandel eingezogen, der das günstige Preissegment abdeckt. Und die Firma Schelle wird auch hierher umziehen, die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Robin Hood könnte schon zwei Jahre in Singen sein, wenn das Unternehmen auf dem Weinmann-Areal hätte einziehen dürfen. Aber da sollte und durfte ja schon Aldi nicht hinein, so sehr damals Marion Czajor und Kurt Wolf dafür trommelten: Einzelhandel war da nicht vorgesehen. Jetzt soll der Berliner Platz als Einzelhandelsstandort gestärkt werden. Wie wichtig der Schutz der Innenstadt immer war, zeigen die aktuellen Leerstände vor allem in der Scheffelstraße. OB Renner hat hier ein Gelübde abgelegt: Im Zweifelsfall immer für die City. Sie ist ja schließlich auch das Gesicht der Stadt.-li-

Die Botschaft

des Kämmerers

Bernhard Huber ist der neue Kämmerer der Stadt Singen. Und er ist wie sein Vorgänger Lucke auch für die Eigenbetriebe der Stadt verantwortlich. Sein erster Haushalt ist ein Mangelhaushalt. Dafür aber gibt es die gute Nachricht: Die Landesgartenschau 2000 ist ohne Nachfinanzierung finanziell gut abgelaufen. Die entscheidenden Sätze sagte Dr. Michael Hübner im Gemeinderat: Was da im einzelnen an Bauhofleistungen oder sonstigen wie verrechnet worden ist, sollte man nicht mehr nachfragen. Dazu gehört auch das Kunstprojekt, für das manches Sponsorenherz massiert worden war.-li-

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