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Grundlers Grundlagen 2003 könnte sein Jahr werden: Roland Grundler hat die städtische Wohnbaugesellschaft GVV zum Problemlöser der Stadt gemacht. Das neue Technologiezentrum SinTech ist im Bau, ein neues Dienstleistungszentrum soll mit 14 500 Quadratmeter Nutzfläche entstehen, den Architekten des Berliner Sony Centers gewann er für die Gestaltung des gläsernen Hochhauses. Da muss die Hälfte der Fläche vermarktet sein, bis Baubeginn ist. Das will Grundler im Sommer 2003 geschafft haben. So bekommt Singen mit einem 18geschossigen Glaskoloss ein neues Wahrzeichen und der Durchbruch bei der Bekämpfung der Strukturkrise gerade am Arbeitsmarkt sollte dann geschaffen sein.
Der Weg dahin war lang. GVV-Geschäftsführer Roland Grundler stand lange Zeit im Mittelpunkt der Kritik. Die Singener Bauträger sprachen von Begünstigung durch die Stadtverwaltung, wenn es um Baugrundstücke ging. Handwerker klagten, dass sie die GmbH, die eben anders über Preise verhandeln kann als die Stadt, die an die VOB gebunden ist, massiv drücken würden. Dennoch folgte ein Millionen-Projekt dem anderen. Die neue Polizei war kaum fertig, da wurde im letzten Jahr das DAS 3 bereits an der Julius-Bührerstraße eingeweiht. Hier entstehe ja ein neuen Stadtteil, meinte ein Kollege im Vorfeld der Jahresrückblicke im WOCHENBLATT. Ja, die Dimension der GVV nimmt atemberaubende Dimensionen an.
Roland Grundler begann als Verwaltungsangestellter und wurde von Oberbürgermeister Friedhelm Möhrle 1987 zur Durchführung der Volkszählung auserkoren. Das meisterte der junge Mann ohne jeden Tadel. Der Sprung auf den Öhninger Bürgermeistersessel scheiterte dann zwar, aber die GVV-Geschäftsführung war ihm sicher. Auch er schälte sich gleichsam aus der Stadtverwaltung heraus und wurde Geschäftsführer einer richtigen selbständigen GmbH. Bei OB Andreas Renner bekam er zudem einen klaren Marschbefehl: Die GVV übernahm den ganzen städtischen Wohnungsbestand und sollte ihn sanieren. Wozu die Stadt nie das Geld gehabt hätte. Sieben Millionen Mark bekam die Stadt dafür, womit wiederum Schulen saniert werden konnten.
GVV-Projekte im Wohnungsbaubereich waren selten ohne Kritik geblieben. Verkauft wurde zeitweise auf Teufel komm raus! Nachbesserungen wie an der Schaffhausener Straße waren so eine der Konsequenzen. Streit gab es immer wieder, so über die Verschiebung des Blockheizkraftwerks im Remishofer Zelgle. Und wenn am Tannenwäldle Reihenhäuser mit erheblichen Preisnachlässen an den Markt gekommen sind, zeigt dies nur, dass der Boom in vielen Teilen kaum verkraftbar war und ist.
Im Langenrain muss die GVV lernen, Sozialmanager über die Wohnungsvermietung und Sanierung hinaus zu werden. Das ist der Spagat um Drei-Liter-Haus in Überlingen am Ried oder Doppelhäuser im Landhausstil in Bohlingen. Grundler marschiert mit der GVV auf so unterschiedlichen Märkten, dass es dem Beobachter Respekt abverlangt, wie er dies mit einer dünnen Personaldecke meistert. Er hat die Architekten in Singen und im Hegau längst in die Pflicht genommen. Sie planen für die GVV, formulieren die Inhalte modernen Bauens und Wohnens. Darin ist Grundler inzwischen auch fit. Bei allem Erfolg braucht er kritische Begleiter. Die sind ihm auch in der Form der Aufsichtsräte zu wünschen. Und zudem: Auch eine GVV kann sich bei aller Fortune einmal überlupfen!
Hans Paul Lichtwald

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