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Aachbad hat Vorrang Der Singener Gemeinderat machte sich im letzten Jahr auf, um am Ende das Fürchten zu lernen. Alle träumten von einem tollen Erlebnisbad und einer noch tolleren Stadthalle. Beim Start ins neue Jahr ist klar, dass die Sanierung des altehrwürdigen Aachbads Vorrang hat. Die Stadthalle wird nur außerhalb des Haushalts realisiert werden können, Investoren sind aufgefordert, ihre Modelle zu entwickeln. Im Laufe des Frühjahrs 2003 könnte auch einmal ein öffentlicher Blick auf die Konzepte geworfen werden.
Bei der Bäderfrage hat der Gemeinderat wahrlich Lehrgeld zahlen müssen. Die beauftragten Gutachter wollten letztlich nur ihr eigenes Bad bauen, die Stadt finanziell über den Tisch ziehen. Sie hatten einen entscheidenden Fehler gemacht: Sie wollten hier Erlebnisbad unter Dach bauen und betreiben, für das Freibad wäre ein Seiteneingang und ein Schwimmbecken geblieben, wahrlich für die Katzenwäsche! Der Singener Traum war bei der Zusammenlegung von Aachbad und Hallenbad immer eine integrierte Lösung: Bei gutem Wetter draußen - bei schlechtem Wetter eilig unters Dach!
Der Gemeinderat hat nach einigen Wirrungen erkannt, dass ein Bad für die Bürger auch noch bezahlbar sein muss. Für 3,5 Millionen Euro kommt jetzt eine Sanierung des Aachbads mit Wellness-Bereichen und neuer Anordnung der Wasserflächen, nur das Springerbecken bleibt. Bei der Realisierung wird der Gemeinderat nochmals auf der Hut sein müssen, denn Gefühl für den Standort lassen auch diese Planer bisher vermissen. Dieses Bad lebt vom Hohentwiel und den vielen Bäumen. Und es lebt von der Kommunikation der Menschen.
Wenn die Stadthalle kommt, dann wird sich auch das Singener Kulturmanagement ändern. Mit einer neuen Betriebs-GmbH käme auch das Ende des bisherigen Kulturamts. Wie lange es noch das Singener Kunstmuseum gibt, ist eine berechtigte Frage. Und das Hegau-Museum wäre wahrlich in eine Museumslandschaft Hegau/Bodensee zu integrieren. Zukunftsmusik?
Hans Paul Lichtwald

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