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Wieviel Kulturamt
braucht der Kreis? Wieviel Kirchturm können wir uns noch im Kreis Konstanz angesichts leerer Kassen leisten? Oder anders herum gefragt: Wieviel Kulturamt braucht der Kreis? Als vor gut drei Jahren die Struktur eines Kreiskulturamts angedacht war, wurde die Debatte umgehend wieder abgebrochen. Vielleicht war des damals auch noch zu früh dafür. Die zweite Finanzpleite des Kreises in nur fünf Jahren lässt den Leidensdruck wachsen. Viele Kreisräte sind eben auch noch Bürgermeister. Und sie wissen deshalb ganz genau, was richtig Geld kostet. Und da kommen die Wünsche der Bürger nach mehr Kultur im Kiez ganz schnell.
Viele Menschen sind aus den Städte aufs Land gezogen, weil sie dort billigen Baugrund und tolle Bedingungen für ihre kleinen Kinder fanden. Für Mobilität sorgten die Autos. Viele von den heutigen älteren Menschen wollen wieder in die Stadt zurück - oder aber ganz in der Nachbarschaft die Kultur, die sie sonst nur in der Stadt erleben können. Dafür braucht man teures Fachpersonal und vieles mehr.
Die Museumsnacht ist für viele zur Initialzündung geworden: Miteinander etwas tun, was die Menschen aktiv werden lässt. Aber warum muss es jeder machen, wenn eine oder zwei Fachkräfte alles koordinieren könnten? Der Kreisarchivar ist eine Institution für alle Gemeinden im Kreis, der Kreisarchäologe auch. Dem Museumsexperten könnten Bücherei-Fachleute zur Seite gestellt werden: Und wenn die Volkshochschule doch noch unter Kreisregie kommen sollte, dann wäre das Kreiskulturamt doch perfekt?!
Können wir uns Eifersüchteleien im Kreis künftig überhaupt noch leisten? Wer einen Augenblick über die Krankenhausfrage im Kreis nachdenkt, dem muss auffallen, dass nie ein Wort zur Qualität der ärztlichen Versorgung gesagt wird. Die ist nämlich überall gut. Die Hinwendung zum Menschen wir immer zentrale Aufgabe sein. Dass dahinter die gleiche Verwaltung viermal stehen soll, ist so nicht einsichtig. Das gilt für drei Sozialämter im Kreis ebenso wie andere Kultureinrichtungen. Wir müssen vernünftig sparen lernen: Am richtigen Fleck ohne weniger Lebensqualität für die ganze Region.
Hans Paul Lichtwald

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