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Den Müllskandal
ausgesessen Sechs Jahre danach wurde der Müllskandal im Landkreis Konstanz feierlich beerdigt. Der große Saal des Konstanzer Landgerichts wurde zum Ort der Trauerfeier. Angeklagt hatte die Staatsanwaltschaft den früheren Geschäftsführer des Kompostwerks, Helmut Schriewer, einst einer der ganz großen Müllpäbste in Deutschland, sowie sein Adlatus, ein sonst meist arbeitsloser Betriebsingenieur, der alles brav machte, was sein Chef von ihm wollte. Und so schwieg er einfach im Gerichtssaal für zum Freispruch!
Staat Kompost hatte das im Umbau befindliche Singener Werk nur schlechte Gülle geliefert und diese im Notfall auch bei Nacht und Nebel auf der Deponie Dorfweiher in Konstanz abgelagert. Hauptsache, es hat in Singen nicht gestunken. Der Gestank, der den Menschen in Singen und vor allem in Böhringen ständig in der Nase stand, rief auch einmal den damaligen Landrat Dr. Robert Maus auf den Plan. Der verlangte schnelle Abhilfe und ließ den Platz am Kompostwerk von allen Ablagerungen räumen. Damit war für ihn der Prozess auch schon ausgesessen. Dass die Organisationsstrukturen im Landratsamt am Skandal mitschuldig waren, wurde zwar sichtbar, interessierte hinterher aber nicht einmal die Grünen im Kreistag. Ob, wie hatten sie zuvor Dr. Robert Maus verbal geprügelt! Und nun das Schweigen im Walde. So löst man eben Probleme im ganz großen Stil. Und so funktionierte wieder einmal das Prinzip Dr. Maus.
Hans Paul Lichtwald

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