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25 Jahre Widerspruch Der Festakt war eine Buchtaufe - und feiern lässt sich ein Peter Simon nur für einige Augenblicke. Die "l;Färbe"l; wurde 25 Jahre alt. Was mit "l;Warten auf Godot"l; von Samuel Becket begann, kämpfte sich redlich durch Zeit und Raum. Peter Simon lebte 25 Jahre den Widerspruch, am Heiligen Abend wurde er 65 Jahre alt. Zwei Spielzeiten wird er noch Prinzipal bleiben. Und Gertrud Waibel die Wirtin im Theater.
Plötzlich ging zum Jubiläum der Vorhang auf - und der Blick auf ein Lebenswerk wurde frei. 40 Jahre Bühnenleben, so ist die Bilanz für Peter Simon. Und für Gertrud Waibel? Das Leben einer Bäuerin wird dann wieder real, wenn sie den herrlichen Park hinter dem früheren Bauernhaus im alten Dorf mäht, wenn sie die Büsche und Sträucher pflegt und ganz genau weiß, wann der Fachmann daran muss.
Singen ohne "l;Färbe"l;? Wer es sich nicht vorstellen kann, muss etwas dagegen tun. Er kann das Buch zum Jubiläum kaufen und an den vielen Bildern und gezielten Texten nochmals nachvollziehen, was ihm dieses Theater ganz persönlich gebracht hat. Und dann neuen Appetit auf Inhalt bekommen. Der Stadt hat es den kulturellen Anspruch eingelöst - und das auch für die Zukunft. Im Interview mit dem WOCHENBLATT hat Peter Simon eingeräumt, dass er eigentlich nur auf der Bühne lebt. Kann es für den besessenen Theatermann ein Leben ohne Theater geben? Die Nachfolgefrage steht an. Will aber Simon sie wirklich beantwortet haben?!
Eine ganz andere Frage steht nämlich an: Brauchen die Menschen noch Theater? Und wenn ja, welches? Fassbinder in der "l;Färbe"l; 2003 war wegen der geringen Zuschauerresonanz eine quälende Angelegenheit. Wie wäre die Uraufführung von Franz-Xaver Kroetz' "l;Zeitgeist"l; 1988 heute angekommen? Der frühere Oberbürgermeister und Vorsitzende des Fördervereins, Friedhelm Möhrle, hat immer gerne von "l;unserem kleinen linken Theater"l; gesprochen. Dank "l;Schröderman"l; und dem Neolibaralismus in Deutschland ist dafür der Markt offenbar verlaufen.
Hans Paul Lichtwald

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