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16.04.12

Büsingen: Gemeinde vor spannender Bürgermeisterwahl

Rund 300 Besucher bei Kandidatenvorstellung am Freitag

Über 300 Bürger aus der Exklave und auch aus der Nachbarschaft waren am Freitag zur Kandidatenvorstellung ins Büsinger Bürgerhaus bekommen. swb-Bild: of

Über 300 Bürger aus der Exklave und auch aus der Nachbarschaft waren am Freitag zur Kandidatenvorstellung ins Büsinger Bürgerhaus bekommen. swb-Bild: of

Büsingen (of). Büsingen steht vor einer spannenden Bügermeisterwahl am kommenden Sonntag. Über 300 Besucher kamen am Freitag im Bürgerhaus zusammen, um die Kandidaten persönlich zu erleben. Bei den Fragen aus dem Publikum ging es natürlich vor allem um die Steuerproblematik in der Exklave und darum, die die Abwanderung aus dem Dorf gebremst werden könnte.

Ursula Leutenegger war als erste Bewerberin der Start in die Vorstellungsrunde gegönnt. Sie machte mit ihrem Lebenslauf deutlich, wie schwierig es sein kann, zwischen zwei Grenzen zu leben. Sie versprach, die Steuerprobleme baldigst anpacken zu wollen und insgesamt den Ort neu in die Öffentlichkeit zu stellen, zum Beispiel mit einem neuen Gewerbegebiet, das auch für Arbeitsplätze vor Ort sorge. Büsingen sei eine Insel von Bedeutung, und der Bürgermeister solle, da spielte ihr Beruf als Klavierbauerin hinein, wie ein Pianist an einem wohl gestimmten Piano wirken können müssen. Sie warb bei den Büsinger darum, sich für eine Frau aus Bürgermeister zu entscheiden.

Markus Möll als zweiter Bewerber hob auf seiner internationalen Erfahrungen ab, mit denen er auch in Bern und Berlin für eine baldige Lösung der Steuerfrage kämpfen wolle. Der Büsinger Bürgermeister müsse als Aussenminister fungieren, so seine Vorstellung, die Gemeinde sollte mit Kopf, Herz und Mund gestaltet werden, dafür wolle er sich mit aller Kraft einsetzen. Fragen wurden im dazu gestellt, ob er auch dann von Gailingen nach Büsingen ziehen wolle, was er mit Ja beantwortete. Nachgefragt wurde auch, ob für seine Ziele das Team im Rathaus umstellen wolle. Möll sagte, dass er bei einer Wahl mit allen Mitarbeitern Gespräche führen werde, dann werde sich zeigen, was zusammen passe.

Markus Schönle hob darauf ab dass er sich politisch neutral verhalten wolle. Er kenne Büsingen von der Fastnacht und auch über sein Hobby als Imker. Für Fachfrage solle man Experten einladen. Er sprach sich auch für einen Jugendgemeinderat aus. Für größere Veränderungen in der Gemeinde, zum Beispiel wegen der Steuer, seien die Abgeordneten in den Parlamenten zuständig.

Wolfgang Welle hob als derzeitige Hauptamtsleiter und Kämmerer der Gemeinde auf seine große Erfahrung in der Büsinger Verwaltung ab. Er sei es gewohnt schwierige Situation zu lösen und kenne die Gemeinde sehr gut. Wenn er gewählt würde, dann gäbe er auch seine kleine Wohnungsverwaltungsfirma auf, der er derzeit neben seiner Teilzeit-Arbeit in der Gemeinde betreibt. Als Bürgermeister wolle er sich ganz für Büsingen einsetzen. Er kann sich vorstellen, dass die Ansiedlung von jungen Familien gefördert werden könnte. Nachgefragt wurde aus dem Publikum, was er täte, wenn er nicht gewählt würde. Welle sagte klar, dass er hier kandidiere um Bürgermeister zu werden. Wolle ihn die Bevölkerung nicht in diesem Amt, werde er sich wohl beruflich neu orientieren. Die Nachfrage nach dem Wohnort des Bürgermeisters konnte Welle nicht ganz eindeutig beantworten. Er wolle schon von Gailingen nach Büsingen ziehen, den Zeitpunkt könne er aber nicht genau definieren.

Georg Höfer wagte in der Kandidatenvorstellung einen mutigen Auftritt als jüngster Kandidat. Er befinde sich auf Jobsuche, wobei das Amt des Bürgermeisters sicher mehr sei als ein Job. Er könne sicher mit der Aufgabe wachsen. Er könnte sich auf vorstellen, dass aus den großen Rücklagen Büsingen beispielsweise ein Familienpass angeboten werde, der für Vergünstigungen sorge um so, neben der Lösung der Steuerprobleme, für die Zuwanderung von Familien zu sorgen.

Joachim Widera als letzter Kandidat im Reigen der Bewerber dieses Abends würde gerne die Kassen in der Gemeinde klingeln hören. Mit neuem Gewerbegebiet, eine Stärkung des Handels und vielen weiteren Maßnahmen solle dies geschehen. Er hatte auch gleich von seinen Büchern und Prospekten in die Versammlung mitgebracht, die Verteilung während seiner Rede musste er allerdings wegen der Gleichstellung aller Kandidaten einstellen.

Bilder von der Kandidatenvorstellung gibt es unter www.wochenblatt.net

Von: Oliver Fiedler



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