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11.12.12

Singen: Feuerwehrplan wird Stadt fordern

Studie sieht dringend Handlungsbedarf an Depot in der Kernstadt


Der Nebel um die Zukunft der Singener Feuerwehr lichtet sich. Der von der Stadt in Auftrag gegebene Feuerwehr Bedarfsplan zeigte in einigen Fällen akuten Handlungsbedarf auf. swb-Bild: of/Archiv

Der Nebel um die Zukunft der Singener Feuerwehr lichtet sich. Der von der Stadt in Auftrag gegebene Feuerwehr Bedarfsplan zeigte in einigen Fällen akuten Handlungsbedarf auf. swb-Bild: of/Archiv

Singen (of). Das Thema Feuerwehr-Bedarfsplan hat nun auch Singen erreicht. Während andere Gemeinden im Umland bereits schon in der Umsetzung der Erkenntnisse sind und zum Teil sogar schon neue Feuerwehrdepots eingeweiht haben, hat die Diskussion in Singen erst begonnen. Am Dienstag stellte Robert Kroha vom Unternehmen »Luelf & Rinke« die erste Fassung des Feuerwehrbedarfsplans vor, die erst mal nur eine Analyse des Zustands der Feuerwehr ist und Vorschläge macht, wie manche Probleme zu lösen wären. Ein Problem ist dabei das zentrale Feuerwehrdepot in der Singener Innenstadt. Es entspricht nicht mehr den aktuellen Vorschriften, ist zu klein und sollte dringend überholt werden. Das Problem ist natürlich in Singen seit Jahren bekannt. Allerdings wurde der Standort auch als recht gut ausgemacht, ergab die Studie, in der untersucht wurde, wie lange die ganzen Wehrleute von Zuhause oder dem Arbeitsplatz brauchen, um bereit für den Einsatz zu sein. Denn die Feuerwehr sollte ja innerhalb von 10 Minuten nach der Alarmierung vor Ort sein. Das gelingt in der westlichen Innenstadt mit dem jetzigen Standort fast immer. Allerdings weniger im Industriegebiet oder im Osten der Stadt. Hier empfahl der Fachmann, eventuell an einem Standort dort einen Mannschaftstransportwagen parat zu halten, da die meisten Feuerwehrleute ja genau in diesem Gebiet arbeiten. Stadtbrandmeister Andreas Egger sieht mit diesen Erkenntnissen endlich auch die Standortdiskussion für die Feuerwehr in der Kernstadt als beendet an. Seit über 10 Jahren werden immer wieder alternative Standorte, zum Beispiel am Bauhof, ins Spiel gebracht. Robert Kroha empfahl der Stadt Singen auch dringend, über eine stärkere Professionalisierung nachzudenken: »Bei rund 250 Einsätzen sind die Wehrleute ganz schön gefordert« meint er. Viele Einsätze sind sogenannte Bagatelleinsätze, also Kleinstbrände oder technische Hilfeleistungen. Dafür sollte der Feuerwehr ein Stab fester Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die nicht immer eine Alarmierung ganzer Löschzüge nötig machen. Das muss Thema in der Personalplanung der Stadt werden.

Nicht überraschend ist auch die Empfehlung der Gutachter, in Beuren ganz schnell mit einem neuen Feuerwehrdepot zu beginnen. 

Eine mögliche Form, den Personaldefiziten der Ortsteil-Feuerwehren zu begegnen, würde für Kroha ein gemeines Depot zwischen Friedingen und Beuren sein. Das Thema ist aber laut Stadtrat und Feuerwehr Vizekommandant Wolfgang Werkmeister schon vom Tisch. Denn die Beurener Feuerwehr will mit den Friedingern nicht unter ein Dach und lieber weiter auf die neue Mehrzweckhalle warten. »Bei einer Abstimmung zu diesem Thema gab es nur eine Stimme dafür«, so Werkmeister. In Friedingen habe man sich mehr damit anfreunden können.

In Beuren hat kein Feuerwehrmann den Arbeitsplatz vor Ort, in Friedingen nur einer, so dass tagsüber keine Einsätze leistbar wären.

Fehlen tut der Stadt Singen auch ein Gefahrgutfahrzeug, obwohl durch Bahnhof, Güterbahnhof und viele Betriebe ein hohes Gefahrenpotential besteht. Im Ernstfall müsste man auf das Fahrzeug aus Konstanz warten, das sicher nicht innerhalb der geforderten 30 Minuten im Hegau wäre.


Von: Oliver Fiedler