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09.05.12

Singen/ Radolfzell: Wirbel um Asbestsanierung

Millionenbeträge werden durch Leserbrief kolportiert

Neuen Wirbel in der Diskussion über die Klinikfusion im Landkreis gab es durch einen Leserbrief, der Kosten für eine Asbestsanierung am Radolfzeller Krankenhaus in Höhe von 50 Millionen Euro in den Raum stellte. Diesen Zahlen wurde jetzt von OB Oliver Ehret widersprochen. swb-Bild: li/Archiv

Neuen Wirbel in der Diskussion über die Klinikfusion im Landkreis gab es durch einen Leserbrief, der Kosten für eine Asbestsanierung am Radolfzeller Krankenhaus in Höhe von 50 Millionen Euro in den Raum stellte. Diesen Zahlen wurde jetzt von OB Oliver Ehret widersprochen. swb-Bild: li/Archiv

Singen / Radolfzell (of). Neue Aufregung ist die die Diskussion um die Fusion der Krankenhäuser im Kreis gekommen. Auslöser war ein Leserbrief des Singener Autohändlers Klaus Bach, der darauf hinwies, dass für das Radolfzeller Krankenhaus, das zum HBH-Verbund gehört, eine Asbestsanierung anstünde die einen Investitionsbedarf von mindestens 50 Millionen Euro verlange. Klaus Bach zog daraus die Schlussfolgerung, dass die Stadt Singen davon mindestens 40 Millionen Euro aufbringen müsse aufgrund der Strukturen der Gesellschafter.

Die Singener Gemeinderäte Prof. Dieter Rühland (Neue Linie) und Peter Hänssler (FDP) reagierten prompt in einer Anfrage an den Singener OB Oliver Ehret und den Radolfzeller OB Dr. Jörg Schmidt: Sie hätten von diesen Zahlen nichts gewusst, und das werfe dann auch ein völlig neues Licht auf die Kreisfusion. Den Asbest ist krebserregend und müsste mit hohem Aufwand sofort entfernt werden. Deshalb solle über das Thema Fusion auch nochmals neu unter diesen Vorgaben diskutiert werden.

Singens OB Oliver Ehret reagierte allerdings ebenso prompt mit einer Presseerklärung. Die Zahlen für eine Sanierung des Radolfzeller Krankenhauses seien sehr wohl kommuniziert worden, schrieb Oliver Ehret. Denn im Zuge der Informationsveranstaltungen, an der alle Gemeinderäte der betroffenen Standorte beteiligt waren, sei der Gebäudezustand aller Gebäude dargestellt worden und auch die Kosten für eine mögliche Sanierung der Gebäude.

Die Zahlen seien auch im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 19. November im Radolfzeller Hecker-Gymnasium erläutert worden. Und das für alle Standorte. Auch in der Kreistagssitzung am 28. November wurden diese Zahlen durch die Gutachter erläutert. Danach stünden für den Standort Radolfzell rechnerisch Sanierungskosten von 59,1 Millionen an. Dies aber für den Fall, dass das Radolfzeller Krankenhaus bis auf den Rohbau entkernt werden müsste und es dann wieder neu auszubauen.

Beim Asbest handle es sich um Eternit-Platten, die an der Fassade angebracht seien. Diese seien schon 1973 angebracht worden wie damals an vielen Fassaden, den damals wurde der Asbestzement als wares Wundermittel eingesetzt.

In dieser gebundenen Form stelle der Asbest auch kein Gesundheitsrisiko dar. Nur wenn die Platten bei einem Abbau oder anderen Arbeiten an der Fassade gesägt oder gebohrt würden, seien spezielle Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Arbeiter nötig, teilte OB Ehret mit. Eine solche Demontage könne auch durch einen zugelassenen Zimmererbetrieb vorgenommen werden.

Asbest sei in Radolfzell nicht in der Isolation oder im Innenbereich verwendet worden, weshalb sich auch kein akuter Handlungsbedarf ergebe, wie zum Beispiel kürzlich bei der Bibliothek der Universität Konstanz. Die Kosten einer Asbestsanierung würden auf jeden Fall nicht 50 Millionen betragen, wie von Klaus Bach nun ins Spiel gebracht wurde. Ehret sagte, dass die Zahlen eigentlich auch allen Gemeinderäten bekannt sein müssten, wenn sie ihre Sitzungsunterlagen gelesen und bei den Informationsveranstaltungen zugehört hätten.

Der Darstellung von OB Oliver Ehret schloss sich am Mittwoch auch der Geschäftsführer des HBH-Verbunds, Peter Fischer an. Wenn eine Sanierung der Fassade am Radolfzeller Krankenhaus vorgenommen werden sollte, dann handele es sich um eine Investition im einstelligen Millionenbereich.

Von: Oliver Fiedler



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