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13.12.12

Stockach: Leben an der Kippe

Hilfe für die Kleinbauern in Bolivien


Stockach (sw). Das Leben ist schwer - hoch oben auf den Altiplano nahe der Stadt Potosi in Bolivien. Die Viehzucht in 4.300 Metern Höhe mit Lamas, Alpakas und Rindern sowie der Anbau von Kartoffeln und Hochlandgetreide wirft nicht genug für die Ernährung der Bevölkerung ab. Der tiefe Grundwasserspiegel verhindert eine Urbarmachung des Ackerlandes. Und da möchte »Freude für Sartawi« mit Sitz in Stockach ansetzen: Der vor acht Monaten gegründete Verein um den Vorsitzenden Claus von Criegern sammelt Geld zur Finanzierung eines Wasserprojekts. Etwa 2.400 Euro kamen bisher durch Mitgliedsbeiträge und das Sammeln von Spenden bei Vorträgen in Stockach, Pfullendorf, Mühlingen oder Stetten kalten Markt zusammen.

Das Geld wird an die »Fundacion Sartawi Sayariy« überwiesen. Durch ihr Bauprojekt wird das Regenwasser an den Berghängen gesammelt, gereinigt und in Betondecken geleitet. »Ein Staudamm staut einen Fluss auf; dadurch gibt es weitere Wasservorräte, und der Grundwasserspiegel wird angehoben«, heißt es in einem Infobrief des Vereins an die Mitglieder. Die Bauarbeiten verursachen Kosten in Höhe von etwa 28.500 Euro - zehn Prozent davon möchte »Freunde für Sartawi« aufbringen. Die Sicherung der Wasserversorgung sei aber nur ein erster Schritt: »Die Verbesserung der genetischen Ausstattung des Viehs, Anbau von Futterpflanzen und Gemüse zur Selbstversorgung, medizinische und tiermedizinische Grundversorgung und vieles andere steht noch aus.«

 

Dabei wollen die 35 Mitglieder helfen. Der Verein hofft, zur Mitgliederversammlung im März 2013 noch weitere Mitstreiter gewinnen zu können.

 

Denn die Stadt Potosi und ihr Umland haben schwere Zeiten hinter sich. Zur Zeit der Inkas und der spanischen Fremdherrschaft wurde hier Silber von den Einheimischen unter menschenverachtenden Bedingungen abgebaut. Mit dem Silber von Potosi könne man eine Brücke von Bolivien bis nach Madrid bauen, sagt ein Sprichwort der Spanier. Die Einheimischen ergänzen die Redensart: Mit den Knochen der im Bergbau gestorbenen Arbeiter wäre eine zweite Brücke möglich gewesen. Der Raubbau hat seine Spuren hinterlassen: Die Gegend ist trocken, unfruchtbar und verarmt, das für die Silbergewinnung geschlagene Holz wurde nicht wieder aufgeforstet. Der Grund für für das Elend der Kleinbauern, heißt es in dem Infobrief.

Infos gibt es beim Vorsitzenden Claus von Criegern unter der Rufnummer 07557/928148 oder freudefuersartawi@gmx.de .



Von: Simone Weiß