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27.04.12

Stockach: Lichtblicke mit Schattenseiten

Weniger Straftaten und Aufklärung in der Region

Das Blau ist angekommen: Stockachs Polizeibeamte samt Fahrzeugen sind wie ihr Chef Willi Streit nur noch im schicken Azur anzutreffen.swb-Bild:

Das Blau ist angekommen: Stockachs Polizeibeamte samt Fahrzeugen sind wie ihr Chef Willi Streit nur noch im schicken Azur anzutreffen.swb-Bild:

Stockach (sw). Um das Gebäude herum. Dann scharf links. Und klingeln. Verschlungene Pfade führen ins Polizeirevier Stockach. Jedenfalls solange die Bauarbeiten andauern. Der Eingangsbereich und die Wache werden für Kosten in Höhe von etwa 375.000 Euro renoviert und neu gestaltet, doch bis Herbst sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, erklärte Polizeichef Willi Streit im Rahmen der Vorstellung der Kriminalstatistik. Die ist erfreulich. Hat aber auch Schattenseiten. Die Anzahl der Straftaten in der Verwaltungsgemeinschaft ist um 15,7 Prozent oder 256 Fälle auf nun 1.378 Delikte im Jahr 2011 zurückgegangen. In der Stadt Stockach wurden 892 Vergehen gezählt, 16 Prozent oder 170 Fälle weniger als 2010. Allerdings ist auch die Aufklärungsquote gesunken - in Stockach um 6,3 Prozent auf 59,8 Prozent, in der Verwaltungsgemeinschaft um 4,6 Prozent auf 59,3 Prozent.

 

Im Vorjahr wurden Stockacher Polizeibeamte laut Willi Streit vermehrt zu »Auswärtseinsätzen« abberufen - Unterstützung für »Stuttgart 21«, die Maikundgebung in Heilbronn, Spiele des SC Freiburg. Eine Kollegin oder ein Kollege waren ständig in Freiburg bei der Überwachung besonders rückfallgefährdeter Straftäter. 

 

Die geplante Polizeistrukturreform hat auf Stockach nach Ansicht von Willi Streit keine unmittelbaren Folgen. Allerdings müsse sich weisen, wie sich die Zusammenlegung der Direktionen in Konstanz, Ravensburg, Sigmaringen und Friedrichshafen zu einem Polizeipräsidium mit insgesamt 1.700 Bediensteten auf die Alltagsarbeit auswirke.

 

Den Löwenanteil an den Straftaten in der Verwaltungsgemeinschaft machten Diebstähle und Sachbeschädigungen mit 41,1 Prozent oder 567 Fällen aus. Rückläufig ist die Anzahl der Rohheitsdelikte - von 191 auf 135. Ein Rückgang von 29,3 Prozent. Sorge bereitet Willi Streit aber der hohe Anteil der Jungtäter unter 21 Jahren in diesem Bereich, der mit 34,4 Prozent überproportional hoch ist. Und: »Der Anteil der unter 21-jährigen Tatverdächtigen an der Gesamtkriminalität liegt mit 31,2 Prozent weiterhin über dem Durchschnitt des Landkreises mit 26,4 Prozent«.

 

Die Stalking-Fälle sind von acht auf vier, die Wohnungsverweise von 16 auf zehn Fälle gesunken. Doch Radler sollten auf ihre Drahtesel achten. 2010 wurden von 24 Diebstählen sieben aufgeklärt, 2011 wurden 34 Räder geklaut - bei einer Aufklärung. 

 

Es hat weniger gekracht in der Region. 852 Verkehrsunfälle wurden registriert, 8,6 Prozent weniger als 2010. Allerdings wurden vier Menschen im Straßenverkehr getötet. Darunter ein junger Autofahrer, der im Rahmen des »Begleitenden Fahrens mit 17 Jahren« unterwegs war. Unfallschwerpunkte in Stockach waren der »ZG-Kreisel« an Heinrich-Fahr- und Aachenstraße, die B 313 und K 6165 sowie Goethe-, Stabel- und Aachenstraße. 

Von: Simone Weiß



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