11.12.09
Ministerin hat keine Giftschlämme in Bohlingen gehoben
Hohes Medieninteresse an den Bohlinger Sanierungsmaßnahmen
Bohlingen (li). Die Bohlinger Schlammteiche sind ein trauriges Kapitel deutscher Nachkriegesentsorgung. Maggisalze trafen hier auf Galvanik-Reste von TRW Messmer. Der ganze Mix aus der Region hat bei der ersten Sanierung Edelstahl zerstört. Für Ministerin Tanja Gönner war die Landesfinanzierung der Altlast am Freitag Grund für einen öffentlichen PR-Auftritt vor Ort. Die ersten Meldungen im Internet sind peinlich. So berichtet die Tageszeitung, die Ministerin hätte die erste Schaufel des Giftschlamms selbst gehoben. Fakt ist: Der Bereich der Giftmüllteiche ist dicht abgeschrankt. Dort laufen Mitarbeiter nur in Sicherheitskleidung. Die Ministerin durfte außerhalb einen Bagger bedienen, was ihr sichtlich Spaß gemacht hat. Und dann standen noch einige Spaten herum. Irgendwelche Fotografen wollten aber genau dies bestellte Bild. Dann wurde neben der Baggerfläche schnell ein Bild ohne Bezug zum Gelände gestellt. Das geht dann um die Welt: Bohlingen aus der ganz anderen Perspektive.
Und noch eine Pointe. 1,3 Millionen Euro zahlt die Stadt Radodolfzell, 8,7 Millionen Euro das Land. Der SWR hat heute die Prozentzahlen ausgerechnet: 2ß Prozent für Radofzell!!!! Und noch eine Nachrichten-Pointe des SWR: Bohlingen ist ein Stadtteil von Radolfzell. Volltreffer.
Von: Hans Paul Lichtwald
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