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26.07.10

Kreishandwerk: Ausbildungssituation hat sich verändert

Mehr Förderung für ausbildungsschwache Bewerber

Sie ziehen alle an einem Strang, um jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung im Handwerk zu bieten, die Vertreter der Innungen der Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee mit Kreishandwerksmeister Rainer Kenzler (8.v.l.), Präsident Bernhard Hoch und Rainer Kegel von der Handwerkskammer Konstanz (2. u. 4. v.r.), Manfred Peter von der A-gentur für Arbeit Singen (5. v.l.) und weiteren Teilnehmern.

Sie ziehen alle an einem Strang, um jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung im Handwerk zu bieten, die Vertreter der Innungen der Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee mit Kreishandwerksmeister Rainer Kenzler (8.v.l.), Präsident Bernhard Hoch und Rainer Kegel von der Handwerkskammer Konstanz (2. u. 4. v.r.), Manfred Peter von der A-gentur für Arbeit Singen (5. v.l.) und weiteren Teilnehmern.

Kreis Konstanz (swb). Bei der kürzlich abgehaltenen Versammlung der Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee mit den Vertretern der angegliederten Innungen, der Handwerkskammer Konstanz und der Agentur für Arbeit ging es neben wichtigen Eckpunkten des Handwerksjahres vor allem um das Thema Ausbildung. Über die bundesweite Image-Kampagne des Handwerks, aber auch durch regionale Initiativen erfahren junge Menschen viel über die Innovationskraft der Handwerksberufe mit interessanten Berufsbildern und Aufstiegschancen. Die ständigen Weiterentwicklungen verlangen von den Auszubildenden eine gute schulische Basis, Engagement und Lernbereitschaft. „Dennoch können wir es uns aufgrund der demographischen Entwicklungen nicht mehr erlauben, lernschwache Ausbildungsbewerber auszusortieren. Es ist Förderung gefragt!“, so Kreishandwerksmeister Rainer Kenzler, der hierbei die Handwerkskammer und Agentur für Arbeit gezielt nach Unterstützung fragte.  Parallel hierzu müsse man noch intensiver auf die jungen Menschen zugehen, um auch Absolventen mit gutem Schulabschluss für die vielfältigen Handwerksberufe zu begeistern.

 

Handwerkskammerpräsident Bernhard Hoch empfahl, sich um verbesserte Bildungspartnerschaften mit schulischen Einrichtungen zu kümmern, damit die Schüler noch mehr über die Berufsbilder in den verschiedenen Gewerken erfahren bzw. direkt in den Betrieben erleben. Raimund Kegel von der Handwerkkammer verwies hierzu auf den ausgebuchten Info-Truck zu den Ausbildungsberufen sowie die Beteiligung an Ausbildungsmessen, bei denen man auch Berufe wie Bürokauffrau/-kaufmann, Automobilkauffrau/-kaufmann oder Zerspannungsmechaniker/in vorstellt. Mit Aktionen wie dem „Girl’s Day“ wolle man zudem gezielt Schülerinnen für Handwerksberufe interessieren. Seine Zahlen unterstreichen den Bedarf, denn schon jetzt gibt es erste Betriebe und Branchen mit unbesetzten Lehrstellen. Im Jahr 2010 beträgt die Zahl der Jugendlichen unter 20 Jahre 18,3 Prozent der Gesamtbevölkerung, im Jahr 2020 werden es nur noch 16,9 Prozent sein – bundesweit sind dies minus 2,5 Millionen. Die Hauptschulen in Baden-Württemberg werden in 5 Jahren rund 5000 Schüler weniger haben. Dabei sind die reduzierte Zahl der Schüler mit Realschulabschluss und Abitur, die auch für das Handwerk interessant sind, noch gar nicht mitgerechnet.

 

Der Bildungsberater der Agentur für Arbeit in Singen Manfred Peter riet, bei problematischen Bewerbern möglichst gleich den Kontakt mit den Bildungsberatern zu suchen. Bei Unterstützungen komme es darauf an, ob es sich um lernschwache, lernbehinderte oder sozial geschädigte Schüler handelt. Je nachdem gebe es Stützunterricht, eine beratende Begleitung und eventuelle zusätzliche sozialpädagogische Begleitung. Der Betrieb solle sich stets informieren, ob es auch Angebote für Nachhilfe und weitere Ausbildungsbegleitenden Förderungen gebe.

 

Die Innungsvertreter betonten ihr Ziel, die Auszubildenden so zu qualifizieren und zu festigen, dass sie nicht nur den Abschluss schaffen, sondern gute Chancen zur Übernahme in ein Arbeitsverhältnis haben. Dazu sind die gute Kooperation mit den Schulen und Berufsschulen wichtig, ebenso aber, sich durch ein gut aufgestelltes Handwerk auch die guten Schulabsolventen als hervorragende Fachkräfte für morgen zu sichern.

Hierzu plant man derzeit einen Image-Tag des Handwerks am 24. Oktober 2010 in der Bildungsakademie Konstanz, der die modernen Arbeitsmethoden verschiedener Handwerksberufe vorstellen wird.

Von: Oliver Fiedler