
22.07.10
Südwestmetall: Zeitarbeit nicht beschädigen
Dr. Schulz: Zeitarbeit ist unverzichtbar für Metall- und Elektroindustrie
Schwenningen (swb). Der Vorsitzende der Südwestmetall-Bezirksgruppe Schwarzwald-Hegau, Dr. Joachim Schulz, hat die Zeitarbeit als „unverzichtbar für die Metall- und Elektroindustrie“ bezeichnet. „Zeitarbeiter ergänzen die Stammbelegschaften und helfen unseren Unternehmen, in Krisen- wie in Boomzeiten rasch auf die Auftragslage zu reagieren“, sagte Schulz am Freitag in Villingen-Schwenningen. Sie ermöglichten den Betrieben auch in der Region die heutzutage notwendige Flexibilität in der Produktion. Die vielfach vorgebrachte Kritik, Zeitarbeiter würden Stammarbeitskräfte ersetzen, sei haltlos. „Selbst vor der Krise habe nahezu alle Mitgliedsbetriebe unserer Bezirksgruppe – gemessen an der Stammbelegschaft – weniger als 10 Prozent Zeitarbeiter beschäftigt“, sagte Schulz. „Wo die Gewerkschaft angesichts dieser Verhältnisse eine Gefahr für Arbeitsplätze ausmachen will, ist mir schleierhaft.“
Schulz warnte davor, die wirtschaftliche Erholung – deren Stabilität derzeit keineswegs gesichert sei – durch eine Einschränkung der Zeitarbeit zu gefährden. Wie kein anderer Wirtschaftszweig sei die Metall- und Elektroindustrie auf die Zeitarbeit angewiesen. Im Auf und Ab der unterschiedlichen Branchenkonjunkturen könne kein anderes Instrument den Personaltransfer zwischen den einzelnen Sparten so reibungslos gewährleisten und dadurch das nötige Fach- und Erfahrungswissen in den Betrieben sichern. „Diese wichtige beschäftigungspolitische Funktion der Zeitarbeit dürfen wir nicht beschädigen“, mahnte Schulz.
Der Bezirksgruppen-Vorsitzende zeigte sich besorgt darüber, dass die IG Metall derzeit massiv Stimmung gegen die Zeitarbeit mache. „Zeitarbeiter sind sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer im ersten Arbeitsmarkt“, betonte Schulz. Daher sei schon der polemische Begriff der „prekären Beschäftigung“ nicht korrekt. Auch wenn der Einsatz von Zeitarbeitern in einem Unternehmen zu Ende gehe, seien sie nicht automatisch arbeitslos. „Ich halte daher nichts davon“, sagte Schulz, „Zeitarbeiter öffentlich als Mitarbeiter zweiter Klasse zu diskreditieren.“
Von: Oliver Fiedler

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