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* Mittwoch, den 7. Mai 2008

Synagoge entsteht wieder

Neues Museum für jüdische Geschichte in Gailingen

Gailingen (tim). Am 9. November, dem 70. Jahrestag der Pogromnacht von 1938, soll der erste Teil des neuen Museums für jüdische Geschichte im Gailinger Bürgerhaus der Öffentlichkeit präsentiert werden. Auf der letzten Woche stattfindenden Mitgliederversammlung des Vereins für jüdische Geschichte Gailingen stellte der VorsitzendeDetlef Girres zusammen mit dem Konstanzer Historiker und Kunsthistoriker Dr. Franz Hofmann das neue Konzept eines Dokumentationszentrums für die jüdische Geschichte in Gailingen vor. Für das Museum wurde nun eine Spende von 11.500 Euro der schweizerischen Nachbarstadt Diessenhofen freigegeben, nachdem der Gailinger Gemeinderat dem Konzept von Dr. Franz Hofmann zugestimmt hat. Nach einer vorläufigen Gliederung soll in einer Dauerausstellung im Obergeschoss des heutigen Bürgerhauses in insgesamt sechs Räumen die jüdische Geschichte von Gailingen entstehen. Der erste Raum, wo sich früher die Wohnung eines Rabbiners befand, ist der Gailinger Synagoge gewidmet und soll sich vor allem nicht auf deren Zerstörung konzentrieren, sondern das damalige religiöse Leben sowie den jüdischen Alltag lebendig werden lassen. Auf ein Stück Stoff soll dabei eine große Innenaufnahme der zerstörten Synagoge gedruckt werden, sodass der Besucher beim Eintritt den Eindruck bekommt, tatsächlich diese Synagoge zu betreten. Die anderen Räume sollen dann nach und nach - je nach der Verfügbarkeit der finanziellen Mittel entstehen. So sind für die anderen Räume noch weitere Aspekte wie die Rolle des Rabbiners, der jüdische Bürgermeister Guggenheim, die bürgerliche Gleichstellung, jüdische Gebäude in Gailingen (Friedrichsheim, Krankenhaus und Friedhof) sowie im letzten Raum schließlich die NS-Zeit, Vernichtung, Deportation und das UNRRA-Lager geplant. Außerdem soll auch die Geschichte der anderen drei jüdischen Gemeinden Wangen, Randegg und Worblingen in einem Zusatzraum aufbereitet und dokumentiert werden. Derzeit besteht die Dokumentationsstätte im Bürgerhaus aus wenigen Exponaten sowie der Mikwe, ein rituelles Tauchbad, im Untergeschoss. Für das Museum werden noch Originalgegenstände, die aus dem Besitz von deportierten Juden stammen und heute noch teilweise im Besitz der einheimischen Bevölkerung sind, gesucht. Diese können auch anonym abgegeben werden. Obwohl der Verein für jüdische Geschichte Gailingen das vergangene Vereinsjahr mit einem Verlust abschließen musste, konnte der Vorstand entlastet werden. Letztes Jahr wurden insgesamt 860 Besucher bei Veranstaltungen und Führungen des Vereins für jüdische Geschichte in Gailingen gezählt, der momentan aus 116 Mitglieder und insgesamt 120 Interessenten, die über die Arbeit des Vereins auf dem Laufenden gehalten werden, besteht. Auch sucht der Verein noch weitere Sponsoren zur Realisierung der weiteren Räume des Museums. Wer sich für die Arbeit des Vereins für jüdische Geschichte Gailingen interessiert, kann sich beim Vorsitzenden Detlef Girres, 07734-934226, Fax: 07734-934227, E-Mail: fvbuerg@compuserve.de melden.

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