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Mittwoch, den 7. Mai 2008
"be-wasch" muss umstrukturieren
Singen (li). Eine große Hoffnung für Behinderte wurde mit der Einweihung von "be-wasch" Ende Januar 2006 verbunden: Der damalige Sozialminister Andreas Renner weihte das Projekt der Gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Singener Industriegebiet ein, in dem Behinderten eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt gegeben werden sollte. Seit 2. Mai 2008 können die Kunden dort keine Wäsche oder Hemden mehr abgeben, gereinigte Ware wird aber bis 16. Mai noch ausgegeben. Alle erhalten die Dienstleistung korrekt ausgeführt, sagt Geschäftsführer Gerd Thomas Dürr gestern gegenüber dem WOCHENBLATT. Dürr ist vom Paritätischen Wohlfahrtsverband eingesetzt, um den Betrieb nach einer notwenigen Umstrukturierung, die mit einer kompletten Schließung erst einmal verbunden ist, wieder in Gang zu bringen. Walter Veser hatte als Vater einer behinderten Tochter den Bedarf gesehen und wollte als EDV-Spezialist, der in Zürich jetzt weiterarbeitet, hier etwas Großartiges leisten. Der Paritätische Wohlfahrtsverband blieb jetzt als alleiniger Gesellschafter zurück. Dürr hat gehandelt: Die Geschäftskunden sind angeschrieben worden und haben einen Hinweis auf Alternativen bekommen. Die Privatkunden wurden an eine Innenstadt-Reinigung verwiesen. Bleiben wird der Name "be-wasch", aber es wird keine Privatkunden mehr geben. Die Lehrlinge werden nach Konstanz zu "Indigo" gehen, dort wird es wohl auch künftig einen Hemdenservice geben. Ursachen für das Scheitern gibt es offenbar mehrere: Die Computertechnik funktionierte nicht immer, die Abläufe zwischen Behinderten und Nichtbehinderten stimmten nicht - und offenbar fehlte es für die Supergeräte an der Auslastung. Nach der Umbaupause sollen hier die Behinderten wieder am Zug sein. Auch die Herrhausen-Stiftung der Deutschen Bank hatte die Modelleinrichtung gefördert.
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