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Mittwoch, den 19. November 2008
Strukturen und Schließungen "Caramobil": Vertragsunterzeichnung und AWO-Pläne
Stockach (sw). Der Vertrag zwischen der Hymer AG in Bad Waldsee und der "Caramobil Müller GmbH" in Stockach soll Anfang Januar unterschrieben werden. Das teilt Firmenchef Richard Müller auf Nachfrage mit. Mit der Unterzeichnung ändern sich die Gesellschaftsverhältnisse in dem Stockacher Unternehmen: Der Campingplatz und der Reisemobilhafen auf dem Gelände der "Papiermühle" verbleiben bei der Familie Müller, und auch die Gastronomie in der "Aachtal-Stube" soll weiterhin betrieben werden. Die Betriebs-GmbH, die Werkstatt und der Zubehörmarkt werden von der Hymer-AG übernommen. Die Holding, erklärt Richard Müller, und die Grundstücke in der Heinrich-Fahr-Straße und auf dem Gelände der "Papiermühle" bleiben bei ihm, der neue Investor sei sein Mieter. Der Geschäftsbetrieb werde ganz normal weiterlaufen, die Löhne seien und würden auch weiterhin bezahlt. Gerüchten über eine Insolvenz tritt Richard Müller energisch entgegen: Das sei noch nie ein Thema gewesen. Auch eine Schließung der "Aachtal-Stube" stehe nicht an. Die Betreiberin habe lediglich ihren schon lange geplanten Jahresurlaub angetreten, doch die Gastronomie werde weitergeführt. Richard Müller ist nach eigenen Angaben froh über die Änderungen in der Betriebsstruktur: "Immer nur bauen und dazu noch eine Firma zu führen, das geht zu Lasten der Freizeit. Ich habe seit Jahren keinen Urlaub mehr gehabt." Der Markt sei eingebrochen. Und auch die Zinsentwicklung sei schwierig. Die ausgestellten Fahrzeuge würden zwar rechtlich ihm gehören, seien aber über Branchenbanken finanziert. Bei Fahrzeugen im Wert von zwölf bis 13 Millionen Euro würde eine Zinssteigerung stark zu Buche schlagen. Für die Stadt Stockach wird sich durch die angestrebte neue Struktur bei "Caramobil" nichts ändern, erklärt Bürgermeister Rainer Stolz auf Nachfrage. Die Pläne in Bezug auf das von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gemietete Gebäude in der Johann-Glatt-Straße auf dem Gelände der "Papiermühle" sollen laut Verwaltungschef nicht geändert werden. Die AWO ist noch bis 2011 Mieter des Hauses, eine Verlängerung des Mietvertrages ist nicht geplant. Eigentlich sollte das Areal dann für Erweiterungsbemühungen von "Caramobil Müller" genutzt werden, so der ursprüngliche Plan. Dieses Abkommen bleibt laut Rainer Stolz bestehen, wenn die Hymer AG als neuer Investor Interesse an den zusätzlichen Flächen habe. Rainer Stolz: "Hier stehen wir im Wort." Für die AWO, die auf dem Gelände der "Papiermühle" bisher auch das Sozialwarenhaus "Warenring" betreibt, beginnt dann die Suche nach einem neuen Domizil. Eine frei werdende Gewerbehalle würde sich nach Ansicht von Rainer Stolz als neue Unterkunft für die Arbeiterwohlfahrt anbieten.
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