|

Die
Menschlichkeit muss mit
von
Wolfgang Graf
Egal
ob Jahrtausend-, Jahrhundert-, Jahrzehnt- oder einfach nur Jahreswechsel:
Wer die Koffer für das Jahr 2000 noch nicht gepackt hat,
sollte dies spätestens jetzt anfangen zu tun. Wer weiß,
wohin die Reise geht? Nicht vergessen beim Kofferpacken sollte
man auf jeden Fall sich selbst. Eben das, um das sich die ganze
Welt ständig dreht, aber man nur selten in Aktion zu Gesicht
bekommt (Nur eine Sache der Perspektive - damit spielen ist die
große Kunst). Auf dem Weg zum »Bahnhof« lohnt
sich die Überlegung, ob die Menschlichkeit zum Unabdingbaren
gehört. Bedeutet Menschlichkeit etwa Irren, Leben, Freude,
Liebe, Vertrauen, Synergie, Achtung und Verzeihen, dann ist sie
auf dem Tripp dabei! Bedeutet sie aber, wie Heuschrecken einen
Planeten, in einem Sonnensystem ddas allein schon so groß
ist, dass es unvorstellbar ist, überzubevölkern und
andere darauf befindliche »Lebensformen«, ob Mensch
oder Tier, zu Untergebenen zu machen, Rohstoffe und Getier auszubeuten,
um dann, mit irgendeiner jetzt noch fiktiven »Arche nur für
Menschen«, das sinkende Schiff Erde zu verlassen und das
alles mit »blauen Ellbogen«, dann ist die Unabdingbarkeit
zu bezweifeln und die Option auf Verzicht in starke Erwägung
zu ziehen. Sicher, »Aufdenbäumenleben« war auch
einmal eine kulturelle Tradition von der man sich längst
verabschiedet hat. Dagegen behauptet heute manch böse Zunge,
man hätte niemals an Land schwimmen dürfen, wobei es
jetzt allein an den Menschen liegt, ob diese Art Landflucht schon
damals für alle Beteiligten nicht doch eine sehr defizitärere
Zukunft bedeutete, als das Leben eines »glücklichen
Fischs« im Ozeanaquarium. Da man aber auf die Menschlichkeit,
also auf sich selbst, logischerweise gar nicht verzichten kann,
muss wenigstens klar sein, was für ein Profil nötig
ist, damit für alle ein langes und angenehmes Überleben
auf dem »Projekt Erde« gewährleistet werden kann.
Es sei gesagt: Vor der Reise sollte man sich warm anziehen, denn
es weht ein kalter Wind entgegen. Und immer im Kopf behalten:
»Leben ist lebensgefährlich.« Bevor man sich nachher
nach dem Zeitung zuschlagen die Frage nach dem Sinn des Lebens
stellt, sollte man sich vielleicht erst die Frage des Warums stellen:
»Warum wissen wir nicht, warum wir hier sind??«

|