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 1945: Der Krieg hat sie
auseindergerissen, nach 50 Jahren lernte eine Frau
ihren Vater kennen
 1949: Wiederaufbau: Werner Messmer
gründet einen Betrieb, der später über 1000 Menschen
Arbeit bieten wird
 1950: Der Krieg hatte sie auf die Höri
gebracht, jetzt profitierte die ganze Kunstrgion. Von Otto Dix
und seinen Kollegen
 1954: Tor, Tor, Tor! Die Deutschen
gewinnen die Fußball-WM und kommen
durch Singen
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Gailinger
Kibbuzim als Durchgangslager für Palästina-Auswanderer
Die Verwaltung der Lager erfolgte durch
die UNRRA, einer Hilfsorganisation der Vereinten Nationen. Bis zum Sommer 1946
schwoll der Flüchtlingstrom jüdischer DPs in Gailingen an. Weitere
sogenannte "Kibbuzim" wurden eröffnet. Zum 1.7.1946 registrierte
der Polizeiposten Gailingen vier Unterbringsstellen mit insgesamt 276 jüdischen
DPs: Im Friedrichsheim, Kibbuz "Hachschara" (Vorbereitung), im
ehemaligen jüdischen Krankenhaus, Kibbuz " Moledeth" (Heimat), in
Schloß Rheinburg , Kibbuz "Dror" (Freiheit) und im ehemaligen jüdischen
Schulhaus, Kibbuz "Haganah" (Schutz).
Gailingen war in
kurzer Zeit wieder zu einem jüdischen Zentrum geworden. Nach dem Vorbild
junger europäischer Zionisten der 20er Jahre, die sich in
Gemeinschaftseinrichtungen und landwirtschaftlichen Lehrzentren auf ihre
Auswanderung vorbereitet haben, lernten die Bewohner der vier Gailinger Kibbuzim
modernes Hebräisch, erarbeiteten sich, in der dafür requirierten alten
Turnhalle, handwerkliche Fertigkeiten und hatten im Kibbuz "Dror" auf
Schloß Rheinburg Unterricht in Landwirtschaft. Ebenso war sportliche Betätigung
als Training für militärische Einsätze angesagt. In geordneten
Formationen zogen die DPs Lieder singend durch die Straßen Gailingens. Die
Versorgung der Kibbuz-Bewohner mit Lebensmitteln erfolgte mittels
Liebesgabenpakete von jüdischen, amerikanischen und schweizerischen
Wohlfahrtsvereinigungen, aber auch von Seiten der französischen
Besatzungsmacht. Eine medizinische Betreuung der DPs zur Wiedererlangung ihrer
Gesundheit erfolgte durch Ärzte des Singener Krankenhauses und eines
Gottmadinger Zahnarztes.
Im Frühjahr 1947 verliesen illegal über
Nacht die im ehemaligen jüdischen Schulhaus untergebrachten ungarischen
Juden Gailingen, vermutlich mit dem Ziel Palästina. In folgenden Jahren
fanden in den Gailinger Kibbuzim Hochzeiten statt und die Geburt eines jüdischen
Jungen wurde freudig gefeiert. Vielfältig gab es auch Kontakte zwischen der
Gailinger Bevölkerung und den jüdischen Displaced Persons. Gailinger
Frauen nähten für jüdische Familien, hüteten deren Kinder
und ansässige Handwerker reparierten die Kibbuz-Gebäude und Einzelhändler
belieferten die Lager. Aber auch negative Vorfälle gab es zu registrieren.
Zwischen Zionisten und jungen Gailingern, ehemaligen Wehrmachtsoldaten, kam es
nach Provokationen zu Rempeleien und Handgemengen. Die samstäglichen
Tanzabende der Einheimischen im "Hirschen", an denen auch
Kibbuz-Bewohner und Angehörige der französischen Besatzer teilnahmen,
arteten regelmäßig in Schlägereien aus.
Der
Schwarzhandel und die Tauschgeschäfte der mit Lebensmitteln bestens
versorgten DPs nahmen enorme Ausmaße an. Die Lebensart der osteuropäischen
Juden war wohl den Gailingern fremd, denn laut der offiziellen Kreisbeschreibung
bat das Bürgermeisteramt Gailingen höheren Orts, der Gemeinde badische
Juden zuzuweisen. Mit der zunehmenden Lockerung der Einreisebestimmungen in die
USA und vor allem mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 leerten
sich auch in Gailingen die jüdischen DP-Lager. 1950 schloß als
letzter der Kibbuz "Hachschara" im Friedrichsheim seine Pforten. Jüdisches
Leben in Gailingen, kurz noch einmal aufgeflammt, ging ein zweites Mal, und wohl
für immer, zu Ende.
Detlef Girres
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Nicht ganz endete die jüdische
Gesicxhte mit dem Abtransport in die Vernichtungslager Nach Kriegsende 1945 strömten
jüdische Überlebende aus den KZ-Lagern Süddeutschlands wie
Dachau, Heuberg, Überlingen in größerer Zahl in den Kreis
Konstanz. Die französische Besatzungsbehörden nahmen diese Flüchtlinge
als Privilegierte auf. In der Behördensprache der Vereinten Nationen und
des Militärs wurden diese Menschen, die im Zuge des Krieges
zwangsverschleppt oder ihrer Heimat beraubt worden waren, "Displaced
Persons", abgekürzt DPs, genannt. Im Gebiet des Kreises Konstanz
befanden sich einige hundert DPs, meist jüngere polnische Juden die
beabsichtigten, so schnell wie möglich nach Palästina auszuwandern. In
Konstanz wurden sie zunächst im früheren jüdischen Gemeindehaus
Sigismundstraße 21 untergebracht. Das ehemalige Judendorf Gailingen wurde
in der Folgezeit ebenfalls Durchgangsstation für hunderte jüdischer
DPs, von denen im Dezember 1945 die ersten im ehemaligen jüdischen
Altersheim untergebracht wurden.

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