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 1949: Wiederaufbau: Werner Messmer
gründet einen Betrieb, der später über 1000 Menschen
Arbeit bieten wird
 1950: Der Krieg hatte sie auf die Höri
gebracht, jetzt profitierte die ganze Kunstrgion. Von Otto Dix
und seinen Kollegen
 1954: Tor, Tor, Tor! Die Deutschen
gewinnen die Fußball-WM und kommen
durch Singen
 1960: Die Beatles und die
Nachkriegsgeneration
Winfried Pfeffer erzählt
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Erholung
für KZ-Häftlinge auf Reichenau und Mainau
Von einem Tag auf den anderen
requirierte die französische Armee unter General de Lattre de Tassigny die
Inseln Mainau und Reichenau, um dort französische KZ-Häftlinge aus
Dachau unterzubringen. Da im Lager Dachau Typhus ausgebrochen war, mußten
die Häftlinge nach der Befreiung noch dableiben, die Franzosen kamen zur
Quarantäne bzw. Behandlung auf die beiden Inseln. Am Zugang zu den Inseln
wurden Sperren errichtet. Jeder, der die Inseln betrat oder verließ, mußte
durch eine DDT-Puderdusche, eine amerikanische Methode, bei der einem das Pulver
mit einem Blasebalg in das Hemd gesprüht wurde. Etwa 4.000 Franzosen wurden
mit Krankenwagen und umgebauten Militärfahrzeugen an den Bodensee gebracht,
die meisten auf die Reichenau. Ein Häftling schreibt: "In dem kleinen
Ort Reichenau waren wir in Privathäusern untergebracht, deren Bewohner
nicht viel zeit für die Evakuierung gehabt haben dürften, denn es
waren noch Lebensmittel, Kleider und persönliche Gegenstände da. Wir
schliefen in kleinen Gruppen in echten Betten, die die Bewohner, ohne die Bettwäsche
gewechselt zu haben, verlassen hatten - was uns kaum beschäftigte."
Nach Ablauf der Quarantäne bzw. nach einer mehrwöchigen Erholungszeit
wurden die Reisefähigen mit der Bahn über die Schweiz in ihre Heimat
zurückgeführt.
Im Schloß auf der Insel Mainau wurde
von Mai bis September ein regelrechtes Krankenhaus für die schwersten Fälle
von Unterernährung und Mangelerscheinungen eingerichtet. Aus Paris kamen
Spezialisten angereist, die Ernährungsprogramme aufstellten: "Sehr oft
geht es darum, den Organismus wieder an eine dosierte und regelmäßige
Ernährung zu gewöhnen. Wie bei Säuglingen muß man ihnen
sehr wenig auf einmal geben, und dies alle zwei oder drei Stunden." Doch
nicht alle befreiten Häftlinge konnten gerettet werden, ein Friedhof mußte
auf der Insel angelegt werden. Als das Krankenhaus voll war, übernahm das
Schweizer Militärkrankenhaus in Herisau bei St. Gallen Patienten von der
Mainau. Die Schweizer betrieben auch ein soziales Erziehungsprogramm für
diese ungewöhnlichen Patienten: "Jedermann, namentlich aber die
jugendlichen Insassen der Konzentrationslager, war verwahrlost. Soziales
Verhalten, Sich-Einfügen in die Gemeinschaft ohne Druck, auf freiwilliger
Basis, war den Leuten völlig unbekannt. Krasser Egoismus, Verwechslung von
Mein und Dein, Diebstähle und Lügengewebe kamen jeden Tag vor und
bereiteten manchmal Schwierigkeiten." General de Lattre erschien regelmäßig
auf den Inseln, er brachte prominente Besucher und Journalistengruppen aus der
Schweiz und Frankreich mit. Der 14. Juli wurde groß gefeiert.
Ein
Journalist beschreibt die Atmosphäre auf der Mainau: "Im Park trifft
man fast überall auf Männer mit rasiertem Schädel, fremdartigem
Blick, ihre Kleider flattern um ihre schrecklich abgemagerten Glieder. Sie irren
umher auf der Suche nach ich weiß nicht was, zweifellos auf der Suche nach
sich selbst. Die meisten gehen allein und führen Selbstgespräche."
Ab Sommer konnten die vertriebenen Reichenauer nach und nach wieder zurückkehren.
Oft fanden sie ihre Häuser verwüstet und geplündert vor.
Sicherlich haben die befreiten Häftlinge sich auf der Insel eingekleidet, für
das übrige kommen auch französisches Personal, Soldaten und Urlauber
in Frage. Graf Lennart Bernadotte als schwedischer Bürger wurde von
Frankreich für die Schäden und Verluste auf der Mainau entschädigt,
die Reichenauer gingen leer aus.
Arnulf Moser
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Am 17. Mai 1945 erhielten die Bewohner
der Insel Reichenau von der französischen Besatzung den Befehl, die Insel
am gleichen Tag zu verlassen. Zurückbleiben durften nur Gastwirte und
Kaufleute, sowie 400 Gemüsebauern, diese aber nicht in den eigenen Häusern,
sondern im Ortsteil Oberzell, wohin auch das ganze Vieh verbracht wurde. Wer auf
dem Festland Verwandte hatte, ging zu ihnen, die übrigen wurden auf die
Gemeinden am Untersee und auf der Höri verteilt. Niemand sagte ihnen, warum
sie die Insel verlassen mußten, weshalb es bis heute Spekulationen über
diesen dramatischen Vorfall gibt.

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