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„Die Unabsteigbaren gegen ambitionierten Aufsteiger“

| Andreas Joas | Sport | Handball
HSG Melchert
HSG Sportchef Andre Melchert (weißes Shirt) sieht im Pokalspiel gegen Aue einen guten Test für die eine Woche danach startende Saison. swb-Bild: Pisa/HSG

HSG Konstanz trifft im DHB-Pokal auf Zweitliga-Dino EHV Aue

Konstanz/ Düsseldorf. Am Dienstag wurde in Düsseldorf die erste Runde des DHB-Pokals ausgelost. Die HSG Konstanz darf sich mit dem EHV Aue auf einen künftigen Zweitliga-Konkurrenten freuen. Die am 17. und 18. August eine Woche vor dem Zweitliga-Saisonstart stattfindende erste Runde des DHB-Pokals wird wie in den letzten Jahren ein letztes Mal mit 64 Teilnehmern in 16 Turnieren á vier Teams an 16 unterschiedlichen Standorten ausgespielt werden.
 
Im zweiten Halbfinale des Turniers mit Konstanzer Beteiligung trifft Erstligist Eulen Ludwigshafen mit Ex-HSG-Keeper Stefan Hanemann auf Drittligist SG Leutershausen. Die Sieger der beiden Halbfinalspiele am 17. August treffen am Sonntag, 18. August, am gleichen Austragungsort aufeinander und ermitteln den Turniersieger, der sich direkt für das Achtelfinale qualifiziert.

Für Andreas Thiel stellt besonderes das Turnier mit der HSG eine spannende Angelegenheit dar. In der Liveübertragung der Pokalsaulosung meinte der siebenfache Handballer des Jahres und der bis heute deutsche Nationaltorwart mit den meisten Einsätzen: „Es gibt ein paar Turniere, bei denen ich nicht weiß, auf wen ich setzen sollte.“ Allen voran meinte der nun als Justiziar der HBL tätige „Hexer“ dabei das Turnier mit der HSG.  „Aue gegen Konstanz, die Unabsteigbaren aus der 2. Liga gegen einen ambitionierten Aufsteiger“, so der Experte. „Wer das gewinnt, hat auch gegen die Eulen eine Chance.“

Das Erstzugriffsrecht auf die Austragung genießt mit der SG Leutershausen der Tabellensiebte der 3. Liga Ost. Angesichts des Lokalderbys gegen die Eulen Ludwigshafen – nur rund 20 Kilometer liegen zwischen beiden Orten – dürfte bei den Kurpfälzern das Interesse an einer Austragung groß sein. „Für uns“, erklärt Andre Melchert, „ist das ein gutes Testspiel.“ Der Sportliche Leiter der HSG zählt den DHBPokal eine Woche vor dem Zweitliga-Start traditionell als Teil der Vorbereitung und als gute Generalprobe vor dem Ernstfall im als „stärkste zweite Liga der Welt“ geltenden Bundesliga-Unterhaus. Damit ist zugleich schon viel über die Stärke des Gegners aus Aue gesagt. Der Zweitliga-Dino geht dann in seine bereits 27. Spielzeit in Liga zwei, belegt Platz drei in der ewigen Zweitliga-Tabelle und in der letzten Saison einen guten elften Tabellenplatz im 20 Mannschaften starken Teilnehmerfeld. Damit konnten sich die Sachsen frühzeitig aus dem aufgrund der Verkleinerung der 2. Bundesliga auf 18 Mannschaften besonders harten Abstiegskampf verabschieden. Melchert: „Wir wissen dann gleich, was auf uns in der 2. Bundesliga zukommt.“ Viele Handball-Nationalspieler der DDR kamen bis zur Wende aus Aue, sodass sich der Sportchef auf einen echten Traditionsverein freut. „Wir können uns mit einem starken Gegner messen und noch ein paar Sachen eine Woche vor dem Ligastart testen.“
 
Pokalspiele gegen den EHV Aue scheinen dabei schon zu einer guten Tradition zu werden. Bereits nach dem letzten Zweitliga-Aufstieg der HSG kam es in der ersten Pokalrunde in Aue zum Duell gegen die damaligen Gastgeber aus dem Erzgebirge. Das Ende einer erfolgreichen Saison nach der 23:31-Niederlage der Gelb-Blauen vom Bodensee ist bekannt: Mit 35 Punkten und Rang 14 gelang, ein Punkt hinter Aue, der vorzeitige Klassenerhalt. Die letzten Duelle in der 2. Bundesliga in der Spielzeit 2017/18 gingen jeweils an das Heimteam (33:27 für Konstanz, 28:23 für Aue). Bei einem Erfolg am 17. August winkt einen Tag später ein Wiedersehen mit dem ehemaligen HSG-Torwart Stefan Hanemann. Dieser hatte am letzten Spieltag in buchstäblich letzter Sekunde nach einem hochdramatischen Schlussspurt den Klassenerhalt mit seiner Mannschaft in der 1. Bundesliga gefeiert.
 
Reform des DHB-Pokals ab 2020/21
 
Der aktuelle Modus wird dabei in der kommenden Saison ein letztes Mal so durchgeführt. Ab der Saison 2020/21 sollen insgesamt nur noch 44 Mannschaften am DHB-Pokal teilnehmen. Dieser beginnt mit einer Qualifikation, die 24 Teams austragen: Zwölf Teilnehmer kommen aus der 3. Liga (jeweils die drei bestplatzierten Mannschaften jeder Staffel der Vorsaison, jedoch keine zweiten Mannschaften), weitere zwölf aus der 2. Bundesliga (Platz 1-12 der Vorsaison). Kann die 3. Liga das Kontingent nicht ausschöpfen, erhöht sich die Zahl der Zweitligisten entsprechend. An der Hauptrunde nehmen 32 Mannschaften teil. Diese setzt sich aus zwölf Mannschaften der Qualifikation, 18 Teams der Handball-Bundesliga sowie den beiden Finalisten des Deutschen Amateur-Pokals zusammen.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler

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