HSG Konstanz muss beim Gastspiel in Neuhausen hellwach sein

| Andreas Joas | Sport | Handball
Matthias Hild
Matthias Hild könnte mit seiner Treffsicherheit für den nächsten Sieg der HSG Konstanz in Neuhausen am Sonntag sorgen. swb-Bild: Pisa/ HSG

Team will mit weißer Weste die Rückreise am Sonntag antreten

Konstanz. Auch im dritten Saisonspiel möchte die HSG Konstanz am Sonntag, 17 Uhr, (Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream) ungeschlagen bleiben und ihren super Saisonstart inklusive Tabellenführung weiter ausbauen.  Unterschätzen wird Aufsteiger TSV Neuhausen/Filder in dessen Halle aber niemand.

 

Schon letzte Woche war das Pensum im Training hoch. Acht Einheiten setzte Jörg Lützelberger an – so auch diese Woche. Dabei ging es ordentlich zur Sache. „Es ist sogar Blut geflossen“, berichtet er. Alles halb so wild nach einem Zusammenprall, aber ein Beleg dafür, dass die Intensität hoch ist. „Wir haben viele Themen aus der Analyse des letzten Spiels mitgenommen“, so der neue Head Coach der HSG. Mit einem 40:31-Feuerwerk hatte seine junge Mannschaft begeistert, dabei aber auch richtig schwere Phasen vor allem in der ersten Halbzeit zu überstehen. So standen unter anderem das Umschaltspiel nach vorne und nach hinten sowie die Wechsel im Blickpunkt. Was mit einigen Ballgewinnen und Treffern in das leere Tor des Gegners schon recht gut gelang: die Abwehr des siebten Feldspielers. Das scheint umso wichtiger, da der nächste Gegner dies in seinem letzten Spiel gegen Plochingen von Beginn an praktizierte. Im Derby erkämpfte sich der per Ranking der letzten Oberliga-Spieljahre bestimmte Aufsteiger gegen den Nachbarn Plochingen zuletzt trotz der frühen Roten Karte für Kapitän und Kopf Hannes Grundler ein 25:25-Remis.

Vier Teams sind, inklusive Konstanz, nun noch ohne Punktverlust in der Staffel G der 3. Liga. Diese war zwar noch Neuland für Lützelberger, inzwischen hat der 36-Jährige aber viel Videomaterial gesichtet und beobachtet, dass „mehr die 6:0-Abwehr gespielt wird als ich vermutet hatte. Teilweise jedoch sehr variabel und offensiv praktiziert.“

Er sieht viele „unterschiedliche Teams“ in der Liga, die oft und gerne den siebten Feldspieler einsetzen. „Es herrscht ein gutes Level“, sagt er. „Gegen Oppenweiler/Backnang waren wir eine Halbzeit alles andere als souverän. In der zweiten ist es gekippt und beim Gegner sind Kräfte und der Glaube geschwunden.“ In Neuhausen geht es „mit dem ersten Zweikampf und dem ersten Ball wieder los“, so der EHF-Mastercoach. Bei einer Mannschaft, die mit Timo Durst, Torwart Josip Kvesic, Patrick Letzgus und ihrem in den letzten Jahren überragenden Rückraumspieler Hannes Grundler überaus erfahren Kräfte einsetzen kann und selbst gerne einen schnellen Ball und viel Tempo nach vorne pflegt.

Gefordert sind dann wieder eine so hohe Bereitschaft und viel Einsatz, der vergangene Woche mit einigen Abprallern belohnt wurde. Mit Peter Schramm und Michel Stotz taten sich dabei zwei Akteure hervor, die ihre starke Form nach einer guten Vorbereitung unter Beweis stellten. Lützelberger: „Peter soll mit seiner Ausstrahlung und Erfahrung vorangehen.“ Glücklich kann der ehemalige Bundesligaprofi auch über ein gelungenes Comeback von Fynn Beckmann sein, das ihm noch mehr Möglichkeiten und einen noch breiteren Kader eröffnet.

Die drei Langzeitverletzten Christos Erifopoulos, Moritz Ebert und Carlos Marquis machen dank intensiver medizinischer Betreuung und intensiven Reha-Trainings ebenfalls gute Fortschritte. Bei Carlos Marquis sieht es danach aus, dass er in den nächsten Wochen seinen ersten Einsatz im HSG-Trikot geben kann. In der Zwischenzeit hat Joel Mauch aus der U23 auf der Spielmacherposition das Vakuum gefüllt und mit guten Partien überzeugt, sodass der Trainer auf dieser Position bald die Qual der Wahl haben dürfte – eine hohe Qualität und Breite, über die der Konstanzer Übungsleiter sehr glücklich ist.

In Neuhausen muss die HSG Konstanz hellwach sein. „Wir wollen auf den Punkt auch für die besonderen Momente da sein“, spricht er die vielen gewonnen zweiten Bälle an. „Wir wollen mit Power und Energie reingehen. Auch wenn wir gegen Oppenweiler/Backnang mit neuen Toren gewonnen haben, ist Demut angesagt.“ Der Prozess der Entwicklung laufe noch. Wenn jeder Einzelne besser werde und vorankomme, ist sich Lützelberger sicher, werde man auch als Mannschaft besser sein. „Am Samstag war viel Sonnenschein. Wenn es regnet müssen wir genauso stabil und positiv mit der Situation umgehen. Es gibt eine klare Vorstellung, wer welchen Job hat und wie er zu unserem Spiel beitragen kann.“

Wochenblatt @: Oliver Fiedler

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