Keine Angst vorm großen Namen

| Andreas Joas | Sport | Handball
Noah Frensel
HSK Keeper Nocah Frensel war eine der starken Säulen des Siegs gegen Frischauf Göppingen in der Schänzle-Halle. swb-Bild: André Frensel

HSG A-Team überrascht bärenstarg gegen des Frisch Auf-Nachwuchs

Konstanz. Die A-Jugend der HSG Konstanz überraschte alle: Gegner, Zuschauer, vielleicht sogar ein bisschen sich selbst. Mit einer bärenstarken Vorstellung konnte der Erstliga-Nachwuchs von Frisch Auf Göppingen, bis dato noch ungeschlagen in der Hauptrunde, mit 31:25 (18:13) bezwungen werden. Der Lohn: Platz zwei der Bundesliga.

Daniel Behrendt wirkte aufgekratzt nach einem sehr intensiven Spiel, nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Der junge Trainer war glücklich, aber auch geschafft. „Wir haben uns vorgenommen“, sagte der HSG-Coach, „das Spiel in der Abwehr zu gewinnen. Das ist uns gelungen.“ Eindrucksvoll sogar. Frisch Auf Göppingen, alles andere als Laufkundschaft, fand innbesondere in den ersten 20 Minuten gar kein Mittel. Die Deckung arbeitete gut und Noah Frensel hielt. Und hielt. Und hielt. Egal was kam, der Schlussmann war an fast jedem Ball dran. „Die Abwehr stand Bombe. Noah hatte einen Sahnetag“, fasste der Übungsleiter zusammen. 16:7 stand es, als der nach seiner Erkältungspause zurückgekehrte Mika-Ante Komin wieder einmal durch war. Etwas mehr als 24 Minuten standen zu diesem Zeitpunkt auf der Uhr. Es war teilweise spektakulär, was die Konstanzer spielten. Frensel brillierte und schickte seine Mitspieler mit Tempo nach vorne und hier wirbelten Fabian Zeller, Jona Mauch und Fynn Osann zusammen mit Mika-Ante Komin die großgewachsene Deckung der Gäste mit ihren flinken Beinen gehörig durcheinander.

Dass sich das nach der Pause ändern würde, war Behrendt völlig klar. „Die haben wahrscheinlich den Einlauf ihres Lebens verpasst bekommen“, schmunzelte er. Gästetrainer Gerd Römer schien jedenfalls die richtigen Worte gewählt zu haben. Plötzlich wendete sich das Blatt. Aus einem 18:10 wurde binnen Minuten ein 18:14, kurz darauf kam Göppingen mit 16:19 wieder gefährlich nahe. Nun nicht zusammenzubrechen und sich aus dem Lauf und Druck der Gäste zu befreien war die Herausforderung. Konstanz nahm sie an. Bravourös. Entschlossen. Mit voller Energie. Dank eines weiter in Höchstform agierenden Frensel und der Entschlossenheit der quirligen Offensivkräfte brachte die HSG wieder ein Sechs-Tore-Polster mit in die letzte Viertelstunde. Behrendts Plan, die großen Göppinger ins Eins-gegen-Eins und die seitliche Bewegung zu bekommen, ging auf. „Wir wollten ruhig bleiben und keine Flüchtigkeitsfehler machen“, meinte er zur Marschroute in der zweiten Hälfte. „Es war eine Reifeprüfung, wie die Jungs unter Stress reagieren und den Kopf bewahren. Großer Respekt für diese Leistung.“ Platz zwei, beste Offensive der Liga. Die Konstanzer sind in dieser Bundesliga-Saison angekommen.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler

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