"Restart" der Kunstradportler mit Einschränkungen aber viel Hoffnung

Aach RMSV
Die Aacher Kunstradler haben nach der Corona-Zwangspause ihr Training wieder aufgenommen. swb-Bild: WS

Trainingsbetrieb wieder in kleinen Gruppen gestartet /

Aach (ws).  Die Kunst- und Einräder in Aach rollen wieder, nachdem die Sporthallen wieder geöffnet wurden. Am letzten Montag und Donnerstag nach dem Pfingstferien wurden mit den ersten beiden Trainingsversuchen gestartet. In drei Schritten wollen die bisher sehr erfolgreichen Hallenradsportler sich wieder an die Zeit vor dem 16. März herantasten, als sämtliche Aktivitäten untersagt wurden. 

Begonnen haben haben nun erst mal die Elite- und Jugendsportler. Im zweiten Schritt werden dann die Schüler-Sportler/innen miteinbezogen. Die jüngsten Sportler/Anfänger werden dann in der 3. Phase wieder ins Training einsteigen. „Das Training kann nur unter Einhaltung von wichtigen Maßnahmen umgesetzt werden“ so Aachs Cheftrainerin Katja Gaißer. Dies bedeutet für die Sportler gemäß Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Verein unter anderem, dass derzeit nur Training mit 6 bis 8 Personen stattfinden darf, die Trainierenden mit Mundschutz und schon fertig umgezogen zum Training kommen sollen.

Meisterschaften als Termine noch offen

 

Und wie sieht es mit Meisterschaften im Kunstrad aus? „Die nationalen Meisterschaften der Schüler und Jugend wurden abgesagt bzw. verschoben, aber sind bisher nicht neu terminiert“, so Katja Gaißer. „Noch plant der Bund Deutscher Radfahrer diese im Herbst nachzuholen.“ Und wie siehts bei der Elite aus? „Das ist die Planung so, dass die Baden-Württembergische Meisterschaft am 26.07.2020 in Köngen/bei Esslingen) stattfinden soll, sofern das Kultusministerium zustimmen wird,“ so Gaißer lt. Infobrief des Fachausschusses Rad Baden-Württemberg. „Der Fachausschuss ist zuversichtlich eine Genehmigung zu erhalten. Es kann jedoch auch sein, dass die Genehmigung nicht für alle Disziplinen erfolgt. Diese werden vermutlich die Mannschaftsdisziplinen sein. Wir müssen abwarten.“

Es ist sicherlich ruhiger im Training, als wenn vor Corona bis zu 30 Kinder und mehr in der Halle rumwusseln? „Es ist sehr ruhig, aber das Training ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll, da nur wenige Übungen trainiert werden können“, so Gaißer´s Fazit nach den ersten beiden Einheiten.

Ein Paar Fragen an die Junioren:

"Ihr trainiert mit Mundschutz und Handschuhen." Lena: „Es ist sehr warm und anstrengend“ Ergänzend fügt Lilien hinzu: „Es ist sehr schwer auf dem Kunstrad, durch die Maske zu atmen.“

Wie ist das, wenn ihr nur einzeln und Euch nicht berühren dürft? Hannah: „Es ist anders wie sonst und wie können nicht so viel wie sonst am Stück trainieren.“ Ergänzend fügt Julia hinzu: „Es ist schwierig alleine gewisse Übungen zu trainieren, weil wir sonst die Übungen gemeinsam trainieren und uns auch dazwischen halten dürfen.“

Aus einer Familie sind ja gleich zwei bzw. drei Sportlerinnen beim Kunstrad. Die Älteste darf schon trainieren. Sind da nicht Konflikte vorprogrammiert? „Meine kleine Schwester würde gerne trainieren“, so Janina. „aber wenn man ihr es erklärt, versteht sie, dass sie noch etwas warten muss.“ Natalies beide Schwestern müssen ebenfalls noch warten: „Rebecca zählt schon die Tage bis sie wieder in die Halle darf und die Jüngste findet es noch nicht so schlimm, warum sie nicht auf´s Einrad darf.“ 

Ein paar Fragen an die Elite: 

Freut Ihr Euch, dass es wieder losgeht? Franzi; „Ich freue mich riesig, dass wir wieder in die Halle dürfen und ich auf meinem Kunstrad sitzen darf. Die Einzelübungen laufen nach dem Lockdown von über 3 Monaten recht gut. Das hätte ich nicht gedacht.“ Schwester Alina: „Wir freuen uns einfach sehr, dass wir wieder gemeinsam trainieren können.“ Und Carina ergänzt: „Es ist schön, dass wir wieder in die Halle dürfen, weil man so wieder einen strukturierten Wochenablauf hat.“

Glaubt ihr, dass es in 2020 im Oktober zur einen Hallenrad-DM kommt? Sarah: „Ob die DM im Herbst stattfindet, das ist schwer zu sagen. Das kommt darauf an, wie sich die Corona-Lage weiterentwickelt, ob es eventuell noch eine 2. Welle gibt. Deshalb muss man hier einfach abwarten.“

Sollte alles wieder normal laufen, wie seht ihr Eure Chancen evtl. dann auch um das WM-Ticket im 4er Kunstrad für die Hallenrad-WM im November 2020 in Stuttgart mitzufahren? Voraussetzung ist, dass diese zur Austragung kommt? „Wir fahren ja erst seit Herbst 2019 in dieser Besetzung zusammen und haben erst einen Wettkampf bestritten. Da fehlt uns auch Corona bedingt doch noch die gemeinsame Routine. Unter den besten 5 in Deutschland, die um das WM-Ticket fahren werden, möchten wir schon, aber als WM-Starter sehen wir die etablierten 4er aus Steinhöring und Worms, die schon Jahre in fast der gleichen Besetzung zusammenfahren, am UCI-Weltcup teilnehmen und teileweise schon Weltmeister bzw. Vize-Weltmeister waren. Die haben zweifelsohne diesen Vorteil für sich“, so die realistische Einschätzung des Aacher Quartetts.

Ein Verein aus NRW, der regelmäßig Medaillen an der DM gewinnt, hat seinen Rückzug aufgrund der vielen Ungewissheiten für die Saison 2020 bekannt gegeben und wird sich auf einen Restart in 2021 konzentrieren.

 

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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