»Schämen uns für unsere Leistung«

| Andreas Joas | Sport | Handball
HSG Jan Stotten
Jan Stotten im Einsatz für das HSG A-Team. vier mal traf er gegen Hochdorf ins Schwarze. swb-Bild: Michael Elser

HSG-A Team jetzt Tabellenführer in der Pokalrunde

Konstanz. Mit 7:3 Punkten hat die A-Jugend der HSG Konstanz nun die Tabellenführung der Bundesliga übernommen. Von Jubel war nach dem 33:30 (15:12)-Sieg nach 33:26-Führung gegen den TV Hochdorf aber rein gar nichts zu sehen.

Mit gesenktem Haupt, kopfschüttelnd, sichtlich unzufrieden verließen die HSG-Talente das Spielfeld. Mucksmäuschenstill war es anschließend in der Kabine. Jeder blickte vor sich auf den Boden, der Tenor war: „Wir müssen uns für diese Leistung schämen.“ Dabei hatte alles so gut angefangen. Erster Treffer: Ein Blitzsauberer Kempa-Trick. Abgeschlossen vom zehnfachen Torschützen Florian Wangler. Letzter Treffer vor dem Seitenwechsel: Direkt verwandelter Freiwurf zum 15:12-Pausenstand. Torschütze: Wieder Florian Wangler. Dazwischen eine ordentliche Vorstellung mit viel Tempo, wenngleich auch zu vielen vergebenen Möglichkeiten und immer wieder auftretendem Leichtsinn, der den deutlich unterlegenen Gast aus Rheinland-Pfalz im Spiel hielt.

Nach der Pause packten die Gleb-Blauen dann beherzter zu und belohnten sich mit der völlig verdienten 22:13-Führung nach 40 Minuten. Doch was nun folgte, machte Trainer und Mannschaft sprachlos. „Das waren zwei Pflichtpunkte in Richtung Platz eins oder zwei“, hob Christian Korb das Positive hervor. Die im gleichen Atemzug begonnene Kritik war dabei weitaus umfangreicher. „Wir hören“, ärgerte sich der HSG-Coach, „nach 40 Minuten auf Handball zu spielen. Das war nur noch verwalten, anstatt das Spiel bis zum Ende zu dominieren.“ Man müsse sich mental festigen und mehr Engagement bis zum Schluss zeigen, war die klare Ansage.

Denn: Der TV Hochdorf nahm die Einladung der mit dem hohen Vorsprung immer nachlässiger werdenden Konstanzer dankend an und zeigte, dass er über talentierte Handballer verfügt. Zwar kamen die Jungbiber nicht näher als auf sechs Tore heran, die letzten vier Minuten führten dann aber noch einmal zu ordentlich Frust und Unzufriedenheit bei der HSG. Denn hatte man es vorher schon „auslaufen“ lassen, ging nun gar nichts mehr und aus der 33:26-Führung wurde durch Unkonzentriertheit und schwere Fehler am Ende „nur noch“ ein 33:30-Heimsieg. Der zwar eminent wichtig für die Tabelle war, für die drei Wochen bis zum nächsten Spiel am 16. Februar bei Oftersheim/Schwetzingen allerdings zugleich harte Trainingsarbeit vermuten lässt.

„Hochdorf macht in den ersten 42 Minuten 15 Tore – und dann in den letzten 18 Minuten genauso viele. Das ist unter aller Kanone“, schimpfte Korb angesichts der nackten Zahlen, die die Konstanzer Sorglosigkeit insbesondere in der Schlussphase eindrucksvoll aufzeigen. „In diesen Phasen dürfen wir nicht gleichgültig werden und das Spiel runterplätschern lassen.“ Bis zum nächsten, dann ungleich schwereren Auftritt in der Kurpfalz, liegt viel Arbeit vor der Mannschaft.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler

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