Über sich hinausgewachsen

Kunstrad Streit
Eva und Lena Streit vom RMSV Orsingen bei einem er schwierigsten Parts ihrer Übung. swb-Bild: Schwarz

Streit-Zwillingen fahrten auf Platz 2 bei den ersten German Junior-Masters

Orsingen/ Haigerloch. Gute sportliche Leistungen konnten die Betreuer Trainer und Verantwortlichen des Bund Deutscher Radfahrer und der RKB Solidarität beim 1. Junior-Masters am 13. März in der Witthauhalle von Haigerloch unter Corona-Bedingungen sehen. Das Hygienekonzept des RV Trillfingen mit Registrierung aller Anwesenden, 15 Aufwärmzonen mit einem festen Aufenthaltsplan für die Sportler, Mundschutzpflicht mit Ausnahme der Sportler während des Trainings bzw. beim Start, Desinfektion der Coaching-Zone nach jedem Start, mehrfach eine 15-minütige Lüftungspause und keine Zuschauer war anspruchsvoll aber gut umsetzbar.

„Vielen Dank an alle Sportler und ihre Betreuer für die Disziplin und Rücksichtnahme“ so der 1. Vorsitzende Martin Heck. Was fehlte war jedoch der Zwischenapplaus für die teilweise sehr schweren Übungsteile. Nach jedem Start gab´s jedoch den Applaus der Anwesenden. „Es war alles heute sehr entspannt,“ so eine Trainerin. „Kein Kampf um Trainingszeiten wie sonst.“

Der Hallensprecher hatte vor dem Final-Start des Lokalmatadors Jonas Beiter (Trillfingen) im 1er Junioren gesagt, „unter anderem wegen Deinen Leistungen haben wir versucht diese Veranstaltung unter den aktuellen Bedingungen durchzuführen“. Und er geizte nicht mit seinen Leistungen, denn Beiter gewann sowohl die Vorrunde als auch das Finale der besten Drei vor Ruben Geyer (Denkendorf) und dem favorisierten Philipp-Thies-Rapp (Tailfingen).

Und bei den Juniorinnen stellte Jan Pfann (Bruckmühl) nach einer nicht optimal verlaufenden Vorrunde mit 184,23 einen neuen deutschen Rekord auf. Dahinter folgten Hannah Reichle (Bad Schussenried) und Ceyda Altug (Friedrichshafen). Im 2er Juniorinnen sind die amtierenden Junioren-Europameisterinnen Anika Papok/Anna Sophia von Schneyder (Lottstetten) das Maß der Dinge. Dahinter fuhren überraschend in ihrem ersten Juniorenjahr Eva und Lena Streit (Orsingen) mit zwei blitzsauberen Küren auf Platz 2 vor Marisa Göppert/Maren Buchholz (Fischerbach).

„Da die U19-EM nach aktuellem Stand durch die UEC nicht abgesagt ist, müssen wir von einer Austragung ausgehen und diese Junior-Masters-Serie durchführen,“ so Junioren-Nationaltrainer Dr. Marcus Klein (Wachenheim). Das 2. Junior-Masters findet am 27. März im bayrischen Bruckmühl statt, während das Finale am 10. April in Ilsfeld / Württemberg angesetzt ist.

Bei ihrem ersten Start an einem Junior-Masters, der EM-Qualifikation bzw. C-kader-Sichtung erzielten Eva und Lena Streit vom RMSV Orsingen ein nicht erwartetes Ergebnis. „Mit den beiden Ergebnissen sind wir sehr zufrieden,“ so eine strahlende Trainerin und Mutter Angelika Streit. „Der Wettkampf übertraf unsere Erwartungen. Dass das Ergebnis der Vorrunde sogar für das Finale der besten Drei reichen würde, hätten wir zuvor nicht gedacht.“

Als Nr. 4 von insgesamt 7 Duos waren die in Steißlingen wohnenden Zwillinge im 2er Kunstrad der Juniorinnen an den Start gegangen. Nach einer anfänglichen Nervosität bei den ersten beiden Übungen, legte sich diese nach der Standdrehung im Steuerrohrsteiger. Übung für Übung spulten sie gekonnt und ruhig runter. Nach dem Wechsel auf ein Rad setzte sich die ruhige Fahrweise fort. Das Kampfgericht sah wenig Abzüge, sodass am Ende 102,33 Punkte bedeute. „Das erste Mal über 100 Punkte,“ so die beiden strahlenden und überglücklichen Schwestern. „Neue persönliche Bestleistung und etwas Wettkampfatmosphäre gegenüber der BaWü ist zu verspüren.“

Danach verfolgten sie die weitere Konkurrenz, die nach einer Lüftungspause auf die Fläche durfte. Sowohl das Paar aus Fischerbach als auch das höher eingeschätzte Duo aus Unterweissach hatten Absteiger zu verzeichnen, sodass sie sich mit 101,95 und 98,88 Punkten hinter den beiden Streit-Schwestern einreihten. Damit winkte das Finale. Nur die beiden amtierenden Europameisterinnen Papok/von Schneyder (Lottstetten) waren trotz doppeltem Patzer bei der Lenker-/Sattelstützgrätsche mit 106,45 besser.

Und im Finale: Auch da fuhren Eva und Lena sehr gekonnt bis zur letzten Übung auf einem Rad. „Bei der halben Lenkerstanddrehung auf der halben Runde verlor ich die Balance bei der Drehung,“ so Eva. „Die gelingt uns im Training auch nicht immer.“ Sie ließen sich durch dieses Missgeschick nicht aus dem Konzept bringen und setzten ihre Kür auf einem Rad unbeeindruckt und gekonnt fort. Mit 99,88 Punkten verfehlten sie knapp ein weiteres Ergebnis über der 100er Marke. Göppert/Buchholz (Fischerbach) als nächste patzten erneut und mussten sich mit 96,61 hintenanstellen. Papok / von Schneyder zeigten anschließend mit ausgefahrenen 118,63 ihre Ansprüche auf das erneute EM-Ticket.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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