Leserbrief von Wolfgang Kramer vom Hegau-Geschichtsverein
Werden blinkende Leuchten den alten Postweg versperren?

Wanrschild
  • Wanrschild
  • Foto: Das Warnschild bei den Windrädern am Verenafohren. swb-Bild: Hegau Geschichtsverein
  • hochgeladen von Oliver Fiedler

Tengen/Singen. Zu den Plänen für ein Windkraftwerk bei Watterdingen wird uns geschrieben:

"Wer sich in den Schneetagen der letzten Wochen die Windkraftanlagen Verenafohren bei Wiechs am Randen ansehen wollte, wird schon 300 m vor den mächtigen Windrädern mit einem Schild vor Eiswurf gewarnt. „Bei blinken der Warnleuchte“, steht da in etwas holprigem Deutsch, ist das „Benutzen des Weges“ untersagt. Der gleiche Investor Solarcomplex will bekanntlich im Verein mit dem Tengener Bürgermeister und einigen Hegaugemeinden am beliebten Alten Postweg oberhalb von Watterdingen, den an Wochenenden Hunderte von Wanderern aufsuchen, somit mittendrin zwischen Neuhewen, Hewen und Hohenstoffeln mit ihren denkmalgeschützten Burgruinen, zwei oder drei noch größere Anlagen bauen. Wird man dann noch das Napoleonseck aufsuchen können?

Die Investorenfirma hat zwar die Gefahr von Eiswurf herabgespielt, indem sie argumentierte, der Radius, in dem etwas zu Boden gehen könnte, reduziere sich im Wesentlichen auf den Rotordurchmesser der Anlage. Die Wiechser Windkraftanlagen sind mit einer Nabenhöhe von 134 m und Rotorblättern von 65 m wesentlich kleiner als die am Napoleonseck geplanten Windräder mit 240 m Gesamthöhe, die mit ihren Rotorblättern den mächtigen Rottweiler Thyssenturm mit seinen 246 m an Höhe weit übertreffen. Was wird da vom Premium-Wanderweg Alter Postweg noch übrigbleiben?

Warum fassen sich Solarcomplex und die Hegaubürgermeister nicht ein Herz und verlegen den Standort der Windkraftlagen vom Napoleonseck, über den viele nur den Kopf schütteln können, einfach weg in ein weniger ökologisch heikles und touristisch aufgesuchtes Gebiet, zum Beispiel in den Tengener Wald westlich von Tengen? Dort würden die Wanderer nicht gefährdet, die Vulkanlandschaft des Hegau in ihrer Einzigartigkeit dafür geschont und könnte viel erneuerbare Energie gewonnen werden!"

Wolfgang Kramer, Hegau-Geschichtsverein

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.