Bürgergemeinde Basadingen schließt mit dicken Plus statt veranschlagten Verlust ab
Sturmschäden und Borkenkänfer zwingen zu Holzverkauf

Basadingen Wald
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  • Foto: Adrian Ulrich im Gespräch mit Revierförster Walter Ackermann. Ulrich war Gast-Referent und sprach über Wetter-Phänomene. swb-Bild: Ritter
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Basadingen-Schlattingen (ri). Zur Jahresversammlung der Bürgergemeinde Basadingen-Schlattingen kamen am Freitag 46 Bürger ins Gemeindehaus Basadingen. Sie genehmigten die Rechnung 2017 und das Budget 2018. Bettina Meier-Leemann, Kassierin, präsentierte die Rechnung 2017.

Sie schloss mit einem Ertragsüberschuss von rund 28'000 Franken. Das Ergebnis ist um 37'000 Franken besser ausgefallen als budgetiert. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass als Folge von Sturmschäden und Borkenkäferbefall mehr Holz verkauft werden musste als geplant. Für 2018 budgetierte die Gemeinde einen Verlust von 24'000 Franken. "Planung wird zur Lotterie" sagte Willi Itel, Bürgerpräsident. Die künftige Ertragslage hänge entscheidend vom Holzpreis ab. Mit der Vermögenslage sei er zufrieden. "Wir haben eine kerngesunde Bilanz" lobte er. Rechnung und Budget wurden einstimmig genehmigt.

Hoffen auf ruhige Zeiten im Wald

Revierförster Walter Ackermann präsentierte den Waldbericht. Zwei schwere Stürme und Borkenkäfer-Befall verursachten im Basadinger Wald eine Schadholz-Menge von rund dreitausend Kubikmetern. Nach dem Sturm in Orkanstärke in der Nacht auf den 2. August 2017 lagen umgestürzte Bäume in alle Richtungen und viele Stämme waren gespalten. Die Aufräumarbeiten waren noch nicht abgeschlossen, als anfangs 2018 die Sturmtiefs Burglind, Evi und Friederike weitere Verwüstungen anrichteten. "Es bleibt zu hoffen, dass wieder etwas ruhigere Zeiten kommen", sagte Ackermann.

Binding-Projekte laufen

Seit der Verleihung des Binding-Preises vor zwei Jahren ist das Interesse am Basadinger Wald gross. Allein im Jahr 2017 fanden rund dreissig Führungen statt. Der mit 200'000 Franken dotierte Preis wurde für vorbildliche Waldpflege verliehen. "Wir arbeiten fast ausschliesslich mit Naturverjüngung" erklärte Ackermann. Ausnahmen seien Pflanzungen zur Bereicherung der Artenvielfalt, sagte er. Im vergangenen Jahr waren das 222 Bäume von acht verschiedenen Arten. Die Binding-Preissumme muss in Wald-Projekte investiert werden. Realisiert sind bisher eine Solaranlage und ein Marteloskop. Das ist ein Waldstück mit Beschreibungen der Bäume. Es wurde zu Schulungszwecken abgegrenzt.

Wetterphänomene

Nach der Versammlung erklärte Adrian Ulrich Wetter-Phänomene. Er ist Landwirt und Betriebsberater beim Bienenzüchterverein Andelfingen. Ulrich zeigte mit einer Bild-Präsentation die Entstehung und Auswirkungen des Sturms in der Nacht auf den 2. August 2017. Orkanböen und sintflutartige Regenfälle warfen damals Bäume um, beschädigten Gebäude und vernichteten grosse Teile der Ernte. Es war das schwerste Sturmereignis in der Ostschweiz seit Lothar Ende 1999. Mit Grafiken demonstrierte Ulrich, wie starke Abwinde im Bereich einer Gewitterzelle zerstörerische Kräfte entwickeln können. Der Wind fällt senkrecht auf den Boden und läuft dann mit hoher Geschwindigkeit auseinander. "Im Stammertal schätzten Experten Windstärken von über 200 Km/h" sagte Ulrich. Dieses Wetterphänomen wird Downburst genannt. Für den spannenden und gut verständlichen Vortrag bedankten sich die Zuhörer mit langem Applaus.

Autor:

Oliver Fiedler aus Gottmadingen

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