In Engen hat das neue Baurechtsamt seinen Betrieb aufgenommen
»Die erste Garage ist schon genehmigt«

Eröffnung Baurechtsamt
  • Eröffnung Baurechtsamt
  • Foto: Gleich drei Bürgermeister eröffneten das neue Baurechtsamt in Engen: Manfred Ossola, Johannes Moser und Hans-Peter Lehmann (v.l.). Dahinter stehen schon die Mitarbeiter bereit. Von links: Kathrin Speck, Raphael Grimm, Matthias Distler und Silvia Vetter. s
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Engen. Gleich drei Bürgermeister waren am Montag angereist zur Eröffnung des neuen Baurechtsamts in Engen, das seit dem 1. Juli offiziell für die Bauangelegenheiten in der Verwaltungsgemeinschaft Engen, Mühlhausen-Ehingen und Aach zuständig ist. Engens Bürgermeister Johannes Moser betonte im Gespräch mit dem WOCHENBLATT wie wichtig dieser Tag für die Stadt ist. Schließlich hat die Stadt in den letzten Jahrzehnten immer mehr Ämter und öffentliche Einrichtungen verloren. Vor vielen Jahren wurde das Amtsgericht schon aus Engen abgezogen, in den Achtzigern verlor die Stadt das Vermessungsamt und zuletzt auch Notariat und Grundbuchamt.

Dadurch ist viel Zentralität verloren gegangen. So sei die Idee aufgekeimt, Engen als Stadt im oberen Hegau mit der Einrichtung des Baurechtsamts wieder mehr Zentralität zu geben und die Stadt dadurch zu stärken. Die Grundlagen dazu wurden bereits in den 70er Jahren gelegt, als die Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Mühlhausen-Ehingen und Aach gegründet wurde. Damals wurde festgelegt, dass die Stadt Engen ein Baurechtsamt einrichten kann, wovon bis jetzt allerdings nie Gebrauch gemacht wurde. Im Jahr 2016 fasste der Engener Gemeinderat nun einen entsprechenden Grundsatzbeschluss. Es folgten Besuche der Verwaltung in Ettenheim und Haslach, die von ihrer Größe her vergleichbar sind mit Engen und bereits über ein eigenes Baurechtsamt verfügen. »Die dort gesammelten, positiven Erfahrungen bestärkten uns in dem Schritt zu einer eigenen Baurechtsbehörde«, so Moser. Nach erfolgter Zustimmung der Gemeinden Aach und Mühlhausen-Ehingen konnten im Oktober die neu geschaffenen Stellen besetzt werden, kurze Zeit später folgte die offizielle Zustimmung zur Übertragung der Baurechtszuständigkeit durch das Regierungspräsidium.
»Die Bürger müssen sich jetzt nicht mehr auf den Weg nach Konstanz machen, sondern können alle Baurechtsangelegenheiten hier vor Ort klären«, freut sich Moser.

Untergekommen ist das neue Baurechtsamt im Engener Stadtbauamt. Um dafür Platz zu schaffen, wurden das Hoch- und Tiefbauamt in neu gestaltete Räumlichkeiten im Dachgeschoss verlegt. Stadtbaumeister Matthias Distler freut sich auf die neuen Aufgaben. »Dreißig laufende Fälle übernehmen wir heute im Laufe des Morgens noch direkt von den Kollegen aus Konstanz«, berichtet er im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Bürgermeister Hans-Peter Lehmann aus Mühlhausen-Ehingen scherzte, er habe zum Üben direkt den Bauantrag für eine Doppelgarage dabei. In seiner Ansprache betonte er: »Die Einrichtung des Baurechtsamts in Engen ist ein Meilenstein für den oberen Hegau.« Wie seinem Amtskollegen Moser ist ihm aber bewusst, dass hier auch unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen, mit denen nicht immer alle Parteien einverstanden sind. Der Aacher Bürgermeister Manfred Ossola dankte auch deshalb der Stadt Engen, dass sie bereit war diese Aufgaben zu übernehmen.

Eine weitere Änderung ergibt sich für den Engener Gemeinderat. Das Gremium musste bisher die Zustimmung für Bauvorhaben geben, bei denen kein Bebauungsplan besteht. Diese Kompetenz entfällt zukünftig, weil das Baurechtsamt hierfür zuständig ist. Der Gemeinderat wird nur noch über die Fälle informiert, muss aber nicht mehr sein Einvernehmen erteilen. Anders sieht es in Aach und Mühlhausen-Ehingen aus, hier behalten die Gemeinderäte diese Kompetenz. Das Baurechtsamt ist unter anderem zuständig für alle Anträge für Bauvoranfragen, Bauanträge im vereinfachten und im Kenntnisgabeverfahren.

Wie Bürgermeister Moser in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend mitteilte wurde am Montagnachmittag bereits die erste Baugenehmigung erteilt. Wie es der Zufall wollte, tatsächlich für eine Garage. »Aber nicht die, die uns Herr Bürgermeister Lehmann mitbringen wollte«, fügte er schmunzelnd hinzu.

- Dominique Hahn

Autor:

Redaktion aus Singen

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