Einwohnerversammlung in Gottmadingen über Schulneubau, Villa Graf und Gewerbegebiet
Heiße Themen bei sibirischer Kälte

Einwohnerversammlung Gottmadingen
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  • Foto: Das Modell der neuen Schule wurde von den Bürgern bei der Einwohnerversammlung in der Fahrkantine genau unter die Lupe genommen.
    swb-Bild: mu
  • hochgeladen von Ute Mucha

Gottmadingen. Trotz sibirischer Kälte fanden über 60 interessierte Besucher den Weg in die Fahrkantine, als bei der Einwohnerversammlung aktuelle Themen wie Schulneubau, Bebauung der Villa Graf sowie der Bau der neuen Eisenbahnbrücke angesprochen wurden.
»Wir wollen die Bürger für diese Zukunftsinvestitionen mit ins Boot nehmen«, erklärte Bürgermeister Dr. Michael Klinger eingangs ehe Florian Steinbrenner vom Bauamt den Stand der Planungen des Großprojektes aufzeigte, das nun mit Kosten in Höhe von knapp 24,5 Millionen Euro veranschlagt sind. Optisch wurde die Glasfassade des Modells mit Holzlamellen aufgelockert, was laut Steinbrenner besser in das Gesamtbild passe. Denn Natur, Landschaft und Energieeffizienz werden wichtige Faktoren für die neue Passivhaus-Schule werden, die mit Sichtbeton, Holz und Glas als dominierende Materialien gestaltet wird. »Wir bekommen eine top-ausgestattete, energiesparende und wunderschöne Schule, die ein Leuchtturmprojekt in der Region werden wird«, fasste Florian Steinbrenner zusammen und versprach: »Wir werden Schule machen - und es wird sich lohnen«.
Die Finanzierung des Großprojektes setzt sich aus Zuschüssen (4,7 Millionen Euro), Grundstückserlösen des alten Schulgeländes (2,2 Millionen Euro), Rücklagen (6,74 Millionen Euro) sowie aus Krediten (3,3 Millionen Euro und weiteren Eigenmitteln bis 2021 in Höhe von 7 Millionen Euro (jährlich rund 1,5 Millionen Euro) zusammen. »Das sind knapp 60 Prozent an Eigenmittel mit denen wir die Schule finanzieren«, betonte Kämmerer Andreas Ley und gab grünes Licht für das Vorhaben: »Aus heutiger Sicht können wir das Bauprojekt rocken«.
Mit Einschränkungen müssen die Gottmadinger Bürger ab Mai rechnen. Denn nach dem Frühlingsmarkt beginnen die Arbeiten an der Eisenbahnüberführung und gleichzeitig wird die Hilzinger Straße für mindestens zwölf Monate gesperrt, kündigte Patrick Pingitzer vom Bauamt an. Von den veranschlagten Kosten von 11,5 Millionen Euro für das Vorhaben hat die Gemeinde rund 600.000 Euro für Kanal- und Wasserleitungen zu tragen. Bei der Realisierung durch die Bahn fließen die Wünsche der Gemeinde für Pflasterung des Fuchslochs und Begrünung mit ein; zudem sind beidseitig je ein Fuß- und Radweg geplant. »Das wird schon ein gewaltiges Bauwerk«, ließ Bürgermeister Klinger eine gewisse Skepsis anklingen.
Voran geht es auch auf dem Grundstück der imposanten Villa Graf. »Der Vertrag mit dem Investor ist unterschrieben und der Bebauungsplan ist rechtskräftig«, gab der Bürgermeister bekannt. Geplant sind auf dem 5.500 Quadratmeter großen Gelände zwei Mehrfamilienhäuser mit über 90 Wohnungen, einem Zwischengebäude, in dem ein Gemüsebauer Frisches von der Höri anbieten wird, sowie die denkmalgerechte Sanierung der Villa.
Klinger erinnerte noch daran, wie erfolgreich der Erwerb des gesamten Graf-Erbes war, dank dessen ein komplettes Neubaugebiet mitten im Ort entstehen konnte. Natürlich wurde auch die Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes diskutiert - ein Thema, das derzeit die Gemüter in Gottmadingen erregt. Die gewünschten Alternativgebiete in Richtung Singen werden derzeit untersucht, betonte der Verwaltungschef und stellte klar, dass Gottmadingen für seine weitere Entwicklung ein neues Gewerbegebiet brauche. »Für mich ist es ein hohes Gut, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen«, so Michael Klinger abschließend.

Autor:

Ute Mucha aus Moos

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