Gut fürs Klima und den Geldbeutel
Kommt das Nahwärmenetz im Zuge der Straßensanierung in Ebringen?

Jörg Dürr-Pucher von der Planungs- und Beratungsfirma Clean Energy aus Radolfzell stellte in Ebringen das Konzept für ein Nahwärmenetz vor.
  • Jörg Dürr-Pucher von der Planungs- und Beratungsfirma Clean Energy aus Radolfzell stellte in Ebringen das Konzept für ein Nahwärmenetz vor.
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Ebringen. Jetzt kommt es auf den Gemeinschaftsgeist der Ebringer Bürgerschaft an, ob der kleinste Gottmadinger Ortsteil im zweiten Anlauf zum Bioenergiedorf werden kann. Bis in den Sommer sollen die einzelnen Anlieger über das Konzept des Nahwärmenetzes und weitere Energiesparmaßnahmen informiert werden und sich dann entscheiden. Je mehr Abnehmer mit im Boot sind, desto größer ist die Chance, dass das Projekt umgesetzt werden kann.

Auf der Einwohnerversammlung am Donnerstag im Alten Schulhaus schien das Interesse an der regenerativen Wärmeversorgung über die Biogasanlage der Familie Streit groß. Angesichts der steigenden Energiepreise für Gas und Öl verspricht die Nahwärme mehr Unabhängigkeit von den fossilen Brennstoffen, sodass neben dem Klima auch der Geldbeutel geschont wird. »Ein Energiedorf Ebringen bringt Vorteile für die BürgerInnen, die Kommune und die Umwelt und die Wertschöpfung bleibt in der Region«, fasste Jörg Dürr-Pucher von der Planungs- und Beratungsfirma Clean Energy aus Radolfzell zusammen. Er stellte das Projekt ausführlich vor und hob dabei neben dem Klimaschutz auch die Versorgungssicherheit sowie die geringen Aufwendungen für die Abnehmer hervor.

Ebringen mit seinen gut 200 Einwohnern sei ein geeignetes Quartier für ein gemeinsames Nahwärmenetz, erklärte Dürr-Pucher. Damit sich dieses Zukunftsprojekt wirtschaftlich rechne, brauche es rund 50 Haushalte, die sich für die zukunftsfähige Wärmeversorgung entscheiden oder die Anbindung von mehreren benachbarten Gebäuden, besonders in den Nebenstraßen.

Das Nahwärmenetz soll im Zuge der Sanierung der Thaynger Straße aufgebaut werden. Dabei können dann nicht nur Kanal- und Wasserleitungen, sondern auch Breitband- und Fernwärmeleitungen verlegt werden, wenn dies gewünscht wird. Zusätzlich sieht die Planung der Straßensanierung vor, die Fahrbahnbreite auf der über 800 Meter langen Ausbaustrecke auf durchgängig 5,5 Meter samt Gehweg zu gestalten, notwendige Hochwasserschutzmaßnahmen durchzuführen, eine Querungshilfe am Friedhof und eine zusätzliche Bushaltestelle in Richtung Bietingen anzulegen. Diese natürlich barrierefrei, führte Burkhard Raff vom Planungsbüro aus. Die Bauzeit für die gesamte Maßnahme wird voraussichtlich von 2023 bis 2024 dauern, die Kosten sind auf 2,573 Millionen Euro veranschlagt.

Während der Bauzeit, die in zwei Abschnitten ablaufen soll, müssen die Anlieger mit Einschränkungen rechnen. »Wegen der teilweisen Sperrung der Ortsdurchfahrt werden das zwei belastende Jahre«, erklärte Bürgermeister Dr. Michael Klinger.

Autor:

Ute Mucha aus Moos

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