Gemeinderat Gottmadingen entscheidet sich für Tempo30 in der Ortsmitte
Welche Wege sind am sichersten für die Radler?

Radnetz Gottmadingen
  • Radnetz Gottmadingen
  • Foto: Der Gemeinderat diskutierte intensiv über sichere Radwege in der Ortsmitte.
    swb-Bild: Archiv
  • hochgeladen von Ute Mucha

Gottmadingen.Als eine »kniffelige Angelegenheit« entpuppt sich die Verbesserung des Radwegenetzes in Gottmadingen. Dies zeigte sich auf der jüngsten Gemeinderatssitzung, als das Thema intensiv diskutiert und über verschiedene Punkte teils äußerst knapp abgestimmt wurde.
Die Ausführungen der Fachleute des Büros Fichtner aus Freiburg bezogen sich im Wesentlichen auf Situation entlang der B 34. Dort sehen sie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h durch die Ortsmitte der Gemeinde ebenso als sinnvoll an wie einen möglichen einseitigen Schutzstreifen von 1,5 Meter Breite entlang der Bundesstraße und einen radfahrgerechten Umbau der Kreuzung im Zuge der geplanten Straßensanierung.
»Wir entscheiden heute Grundsätzliches«, betonte Bürgermeister Michael Klinger, denn Baulastträger für mögliche Maßnahmen ist das Regierungspräsidium Freiburg, daher müssten alle Entwürfe mit dem RP und der Polizei abgestimmt werden.
Problematisch am Radverkehr in der Ortsmitte sei, so Projektleiterin Kerstin Delamarche von der Fichtner Water & Transportation GmbH, die mehrmalige Querung der B 34 für Radfahrer, die durch den Ort wollen. Bei 1.200 Fahrzeuge pro Stunde in Spitzenzeiten wäre es wünschenswert, den Radverkehr vom Kfz-Verkehr zu trennen, was durch die vorgeschlagenen Maßnahmen möglich wäre.
Dies sahen FWG-Sprecher Eberhard Koch und seine Fraktionskollegen anders: »Wir wollen andere Akzente setzen und die Radfahrer gar nicht erst auf die B 34 bringen, sondern über Radwege abseits weiterleiten.«
Auch den Schutzstreifen sehe man eher als kontraproduktiv, da sich die Radler dort nur scheinbar in Sicherheit wägen. Lediglich die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 km/h unterstütze die FWG mehrheitlich, denn diese erhöhe die Sicherheit der Radfahrer. »Wir müssen beides berücksichtigen – die Radfahrer und die Autos«, schloss Koch.
»Radfahrer müssen auch sicher durch die Ortsmitte kommen«
Es sei im Grunde richtig, ein attraktives Radnetz zu schaffen. Doch dabei dürfe man nicht die Radfahrer entlang der B 34 vergessen, laut Verkehrszählung sind es über 80 in der Ortsmitte, so die Expertin.
Dies unterstrich auch SPD-Sprecherin Kirsten Graf. »Wir müssen sichere Möglichkeiten schaffen, damit Radfahrer auch durch die Ortsmitte zu den Geschäften kommen«, fasste sie zusammen. Ihre Fraktion habe das Ziel, den Radverkehr mit Tempo 30 und einem Schutzstreifen zu fördern.
Gegen Tempo 30
Gegen eine Beschränkung auf Tempo 30 in der Ortsmitte sprach sich FWG-Rat Walter Beyl aus. Er befürchtet lange Staus und dadurch die Nutzung von Ausweichstrecken durch Wohngebiete. Unterstützt wurde er durch seinen Fraktionskollegen Norbert Fahr, der in die Nachbarschaft nach Rielasingen verwies, wo auf der Ortsdurchfahrt 30 km/h gelten, die zu langen Autoschlangen führten. Dem widersprach Bernd Schöffling (CDU): »Es ist viel entspannter so zu fahren und es macht weniger Lärm.« Recht eng ging es im Gremium bei der Abstimmung über die drei Punkte zu, so dass Bürgermeister Klinger gleich drei Mal nachzählen musste, bis er zu folgendem Ergebnis kam: Mit 13 Ja- und vier Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen wurde Tempo 30 auf der Hauptstraße zugestimmt.
Mit zehn Ja- und Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung lehnte die Ratsrunde den Schutzstreifen ab und äußerst knapp mit zehn Ja- und neun Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen wird die Verwaltung beauftragt, den Umbau der Kreuzung am alten Rathaus mit einer Rad-Abbiegespur und Ampelanlage mit den zuständigen Behörden zu verhandeln.

Autor:

Ute Mucha aus Moos

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