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Baggerbiss für pfiffige Nachverdichtung

Baggerbiss
Baggerbiss statt Spatenstich: Die Garagen an der Überlinger Straße müssen dem Bauprojekt der Baugenossenschaft Hegau erst mal weichen. swb-Bild: of
Hegau Höfe
So sollen die »Überlinger Höfe« in zwei Jahren aussehen – mit einem Park-Erdgeschoss. swb-Bild: BG Hegau

Baugenossenschaft Hegau Startet die »Überlinger Höfe«

Singen. Der Baggerbiss für das Projekt »Überlinger Höfe« der Baugenossenschaft Hegau war nicht nur symbolisch. Denn für die Nachverdichtung unterhalb der Punkthäuser an der Überlinger Straße müssen nun erst mal die ganzen Garagen rückgebaut werden. Auf diesen Grundstücken sollen dann in zweijähriger Bauzeit in fünf Gebäuden 64 neue Mietwohnungen entstehen, kündigte Hegau-Vorstandsvorsitzender Axel Nieburg in der Runde geladener Gäste (2G-Modus wegen Kinderpunsch-Ausgabe) an. Sorgenfalten löst für die Bauherren derzeit die Baukostenentwicklung aus. Nach dem jetzigen Finanzplan soll das Projekt 21,8 Millionen Euro kosten, aber wahrscheinlich um einiges mehr. »Bei den ersten Gewerken lagen wir schon um 60 Prozent über der Kalkulation«, so Nieburg. Man werde hier bei einem Quadratmeterpreis von rund 5.000 Euro ankommen, was »kostengedämpfte« Miewohnungen immer mehr für die Zukunft in Frage stelle, von »günstigem Wohnraum« ganz zu schweigen.

Singens OB Bernd Häusler zeigte sich in seinem Grußwort froh, dass in der Stadt angesichts der seit Jahren herrschenden Wohnungsknappheit doch entschlossen vorgegangen werde, besonders von den beiden örtlichen Baugenossenschaften. 1.600 Wohnungen habe man in den letzten Jahren im Baurecht genehmigt, mehr und mehr ziehe nun der Vollzug nach. Hier im Singener Süden zeige die Baugenossenschaft, wie man praktisch ohne Flächenverbrauch neuen Wohnraum generiere, auf den zudem viele warten würden.

Axel Nieburg zeigte sich froh, nun diesen Punkt des Baustarts erreicht zu haben. Die Idee für diese pfiffige Nachverdichtung sei schon bei der großen Sanierung der Punkthäuser an der Überlinger Straße aufgekommen, welche ja 2014 mit dem »Deutschen Bauherrenpreis« gewürdigt wurden. Die Genossenschaft musste neben der Arbeit an ihrer Energiebilanz jedoch erst mal das Projekt der »Praxedisgärten« in der Singener Innenstadt abschließen. Nun kann sie sich auf die »Überlinger Höfe« konzentrieren, hat aber auch schon das nächste Projekt im Singener Bruderhofgebiet ins Visier genommen. Weil man hier einen Städtebau aus einem Guss wünsche, wurden erneut die Architekten Herrmann & Bosch aus Stuttgart engagiert, die auf Wunsch der Baugenossenschaft das Erscheinungsbild des besehenden Ensembles der Punkthäuser ergänzen. Im KFW-Standard 40 entsteht hier nun ein Mix von der »Mikrowohnung« bis zur größeren Vier-Zimmer-Wohnung.

Schon im Oktober begann die Baumaßnahme mit der Schaffung von Ersatzflächen für die Garagen, die nun abgerissen werden. Für die Zeit des Baus mussten die sanierten Punkthäuser nochmals zum Teil eingerüstet werden. Denn wegen der Bauarbeiten könnte die Feuerwehr dort keinen zweiten Rettungsweg vollziehen. Deshalb wird dieser nun im Gerüst angeboten.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler