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Jugendarbeit muss neu starten

Juka 60
Schon seit eineinhalb Jahren sind die Angebote für ältere Jugendliche im Rielasinger Jugendtreff ausgesetzt - für eine Neubelebung wird zusätzliches Personal benötigt. swb-Bild: of

Kinder- und Jugendförderteam in Rielasingen-Worblingen soll dafür verstärkt werden

Rielasingen-Worblingen. Die Corona-Einschränkungen haben eine mächtige Kerbe bei der Jugendarbeit in Rielasingen-Worblingen hinterlassen. Darüber berichteten in der Sitzung des Sozial- und Finanzausschusses letzten Mittwoch Jasmin Kroner und Jenny Frankenhauser. Um wieder ins Lot zu kommen, wird eine Aufstockung beim Personal benötigt.

Seit über eineinhalb Jahren gibt es sie nicht mehr, die offene Jugendarbeit zum Beispiel, mit Diskos im »Juka«, weil die wie alle Veranstaltungen flach fallen mussten. Auch die aufsuchende Jugendarbeit wurde größtenteils eingestellt, der Mitarbeiter hilft in der Hausaufgabenbetreuung aus. Und auch in der Jugendhütte konnte nichts laufen, wegen der verhängten Kontaktbeschränkungen.

Gegenwärtig würden die Jugendlichen, die immer wieder vor dem Jugendtreff auflaufen, draußen bleiben müssen. Dort ist auch die große Skater Halfpipe demontiert und wartet noch auf das Nachfolgemodell. Also auch nichts angesagt. Jugendliche waren auch in die Sitzung gekommen um ihr Leid darüber zu klagen – sie wollen ins Juka, nicht davor herumlungern müssen.
Personalprobleme habe es schon in 2018, also lange vor dem Lockdown gegeben, unterstrichen Jasmin Kroner und Jenny Frankenhauser. Jetzt müsse aber gegengesteuert werden. Eine 80 Prozent-Stelle war der Vorschlag der beiden, für das kommende Jahr, unter Berücksichtigung der Rückkehr der ehemaligen Leiterin des Kinder- und Jugendförderteams, Tanja Harder, mit allerdings erst mal nur 20 Stellenprozenten, und weil Mitarbeiterin Anja Marosits die Gemeindeverwaltung verlassen hatte. Eine Rochade mit den Stellen der Integrationsberatung sei zur Entlastung denkbar, weil diese derzeit nicht in dem Umfang benötigt werde und über die Angebote des Landkreises gedeckt werden könnte, hatten die beiden ausgeheckt. Auch wolle man im Thekendienst, wenn man das Jugendzentrum wieder öffne, auf Minijobber oder Absolventen des Bundesfreiwilligendienstes setzen.

Große Defizite

Rund 1.326 Jugendliche unter 18 Jahren leben derzeit in der Gemeinde, von denen sind längst nicht alle in Vereinen »versorgt«. Studien würden derzeit erst nach und nach ans Tageslicht bringen, welchen Schaden die Verordnungen der Pandemie angerichtet hätten, denn die Lockdowns und Kontaktbeschränkungen seien Katalysator für die Defizite in der Jugendarbeit geworden und die Zahlen dazu seien in den ganzen Studien dramatisch, unterstrichen die beiden die Notwendigkeit, hier auch bald zu handeln.
Das soll nun auch im nächsten Jahr möglich sein, machten die Ausschussmitglieder nach einer doch längeren Abwägung deutlich, die schon mit der Frage verbunden wäre, ob sich das die Gemeinde auch leisten könnte und angesichts der angesagten Defizite durch Lockdowns auch Probleme bei der Genehmigung des Haushalts durch die Kommunalaufsicht ins Haus stehen könnten. Die Meinungen gingen auseinander: Volkmar Brielman befand, dass die Gemeinde gewiss nicht still stehe, wenn das Juka zu habe.
Jana Akyildiz hielt dagegen, dass man nun ein Ziel setzen müsse. Bürgermeister Ralf Baumert schränkte nur ein, dass man beim Personal nicht einfach einen Verschiebebahnhof einrichten könne. Nun wird gezirkelt bis zu den Haushaltsverhandlungen.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler