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Rätsel um versunkenen Porsche

Unfall Porsche
Das Regenrückhaltebecken musste erst abgepumpt werden, um an das versunkene Fahrzeug zu kommen, an dem schon Algen angesetzt hatten. swb-Bild: FFW Gottmadingen
Unfall Porsche 2
Das Technische Hilfswerk barg mit seinem Kran das 1,7 Tonnen schwere Autowrack. swb-Bild: FFW Gottmadingen

Fahrzeug lag schon mehrere Tage mit totem Fahrer in Regenrückhaltebecken

Gottmadingen-Bietingen. Bei Mäharbeiten an einem Regenrückhaltebecken an der B 34 bei Bietingen bemerkte am Mittwochvormittag gegen 11 Uhr ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei Trümmerteile eines Autos an mehreren Stellen. Bei genauerem Hinsehen wurde ein Porsche kopfüber unter Wasser entdeckt. Sofort alarmierte er die Rettungskräfte.

MTW, Rüstwagen und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug der Gottmadinger Feuerwehr rückten an das Regenrückhaltebecken unter der B 34 und kurz vor der Schweizer Grenze aus, wie die Feuerwehr am Abend berichtete. Der Porsche Targa 4S war wohl vor etwa 5 Tagen unbemerkt über die Böschung durch den Maschendrahtzaun gebrochen und so in das Wasser gestürzt, dass das Fahrzeug mit Fahrer kopfüber versank.

Allen war klar, dass hier jede Hilfe zu spät kommen würde. Das Wasser des Regenüberlaufbeckens wurde abgelassen und mit der Fahrzeugpumpe und zwei weiteren Tauchpumpen der Feuerwehr abgepumpt. Das Unfallfahrzeug wurde dann erst mittels Seilwinde des RW1 der Gottmadinger Wehr aus der Ecke in die Beckenmitte gezogen. Das zusätzlich alarmierte THW Singen rückte mit einem Kranwagen an und barg das Fahrzeug. Der Sportwagen, der über 300 km/h schnell ausgefahren werden kann, wiegt immerhin 1,7 Tonnen, laut Hersteller. Der Fahrer konnte nur noch tot geborgen werden.

Rettungsdienst, Kriminaldauerdienst, Wasserwirtschaftsamt und der zuständige Wassermeister waren mehrere Stunden bei diesem Einsatz gebunden. Der Besitzer des im Bodenseekreis zugelassenen Sportwagens wurde schon vor einigen Tagen als vermisst gemeldet. Am Donnerstag informierte die Polizei darüber, dass der Verstorbene der 44-jährige Besitzer des Porsches aus dem Bodenseekreis war, der als vermisst gemeldet wurde.

Nach den vorläufigen Ergebnissen der polizeilichen Verkehrsunfallaufnahme konnte bislang folgender Hergang ermittelt werden: Der 44-jährige Fahrer des Porsche ist von Bietingen kommend in Richtung Schweizer Grenze gefahren, als er aus bislang unbekannter Ursache auf Höhe der Einfahrt ins neue Industriegebiet nach rechts von der Fahrbahn abkam. Er fuhr zunächst im abschüssigen Gelände abwärts, durchbrach einen Begrenzungszaun, kollidierte im Erdreich und rutschte schließlich rückwärts in das Rückhaltebecken hinein. Das Auto füllte sich bis zu den Sitzen mit Wasser. Der Mann verstarb mutmaßlich an seinen Verletzungen, welche er sich durch den Unfall zugezogen haben könnte, so die Polizei am Donnerstag.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler