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Solidarität in Zeiten von Corona

Reisebüro Schey
Rainer Ruf (Trompete) und Rupert Leger (Banjo) überbrachten Rainer Schey, dem Inhaber des Reisebüros Schey eine Spende als musikalische Corona-Soforthilfe. swb-Bild: dh

Die Dixielandband »Die Gluzger« hat eine Spendenaktion für das Reisebüro Schey gestartet

Radolfzell. Live-Musik, das ist in diesen Zeiten etwas besonderes geworden. Umso erstaunter dürften viele Zeller gewesen sein, als am Freitagmittag der Jazzklassiker »Sentimental Journey« durch die Seestraße vor dem Reisebüro Schey schallte. Anlass war eine ganz besondere Spendenaktion und der Titel des Musikstücks hätte nicht passender gewählt sein können. Zwei Mitglieder der Dixieland-Band »Die Gluzger« aus Rottenburg a.N. spielten speziell für Rainer Schey, den Inhaber des Reisebüros. Im Gepäck hatten sie aber nicht nur Musik, sondern auch eine Finanzspritze für den Unternehmer.

Seit fast dreißig Jahren sind die insgesamt sechs Musiker mit dem Reisebüro in der Seestraße verbunden. Begonnen hat die Zusammenarbeit schon mit Scheys Vorgängerin Gisela Kögel-Hensen. Zusammen mit ihr und später mit Rainer Schey hat die Band in der Vergangenheit viele gemeinsame Musikreisen unternommen unter anderem in die Jazz-Hauptstadt New-Orleans. Da die Musiker mitbekommen haben, in welcher Schieflage sich die Reisebranche Befindet, hatten sie sich entschlossen unter ihren Fans eine Spendenkampagne für ihren Freund Rainer Schey zu starten. »In dieser schlimmen Zeit geht es schließlich nicht nur den Künstlern schlecht«, erklärt Banjo-Spieler und Band-Manager Rupert-Leger, der zusammen mit Trompeter Rainer Ruf angereist war, um die Spende zu überbringen, zum Hintergrund der Aktion.

Reisebüros durften zwar die ganze Zeit über weiterarbeiten, allerdings beschränkte sich der weitaus größte Teil der Arbeit darauf bereits gebuchte Reisen zu stornieren und rückabzuwickeln. »Wir haben zur Zeit keine Einnahmen und müssen alles, was wir in den vergangenen sechs bis neun Monaten eingenommen haben zurückzahlen. Das ist viel Geld«, erklärte Rainer Schey mitte Mai in einem Interview mit dem WOCHENBLATT.
Gerade jetzt war das Geschäft mit innerdeutschen Reisen wieder ins Rollen gekommen und dann kam der zweite Lockdown. »Das heißt, wir müssen auch diese Reisen jetzt erstmal wieder rückabwickeln«, sagt Rainer Schey, der sichtlich gerührt war von der Geste der Musiker, deren Unterstützung damit gerade recht gekommen sein dürfte. »Ich bin platt. Das ist unglaublich«, freute sich Rainer Schey über diese Geste der Freundschaft.

Wochenblatt @: Dominique Hahn