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Spielerisch einen nützlichen Beitrag leisten

See-Putzete Jan und Fenja Dinter
Fenja Dinter nach der ersten erfolgreichen See-Putzete. swb-Bild: Jan Dinter

See-Putzete rund um Gaienhofen

Gaienhofen. Jan Dinter aus Gaienhofen hat einen Weg gefunden, sich sinnvoll zu beschäftigen und seiner Tochter Fenja nach der Sperrung der Spielplätze einen schönen Nachmittag zu ermöglichen.

»Wegen der Corona-bedingten Einschränkungen im Alltag suchten wir nach einer Beschäftigung im Freien, bei der wir keinen Kontakt zu anderen Menschen haben und bei der meine Tochter trotzdem zu Bewegung und Spaß kommt, nachdem die Spielplätze gesperrt wurden. Mit der Putzete können wir nicht nur diese beiden Fliegen mit einer Klappe schlagen, sondern als dritte auch noch einen nützlichen Beitrag für die Allgemeinheit leisten«, so Dinter gegenüber dem WOCHENBLATT.

»Immer mit einem Müllsack und Handschuhen (wegen des Schmutzes, nicht wegen Corona) bewaffnet und einem Vesper im Rucksack machen wir uns zu circa zweistündigen Spaziergängen auf, auf denen wir Spazier- und Wanderwege und zugängliche Uferstreifen rund um Gaienhofen abgehen, und dabei jeden Abfall einsammeln, den Leute achtlos in die Natur werfen.

Meine Tochter ist dabei sehr motiviert, da wir ein Spiel daraus machen und uns Punkte für den gesammelten Abfall geben. Für jedes Stück Abfall bekommt man einen Punkt, für Glasscherben zwei Punkte (wegen der Verletzungsgefahr) und ganze Flaschen, ob aus Glas oder Plastik, geben fünf Punkte. Abwechselnd spielen wir, wer zuerst 100 Punkte beisammen hat, oder auch einfach nur, wer die meisten sammelt.«

Dabei lernt Fenja nicht nur noch ein bisschen besser addieren, auch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Müllarten ist lehrreich. Plastikmüll in unterschiedlichen Zerfallszuständen hat ihr schnell klargemacht, welche Problematik hinter Mikroplastik und dessen Entstehung steckt. Unzählige Plastikspitzen von Feuerwerksraketen verdeutlichen, dass die Silvester-Böllerei durchaus zu hinterfragen ist. »Zigarettenkippen sind eine wahre Pest und selbst ich als Raucher (der seine Kippen einsammelt und zuhause in den Müll wirft), wäre dafür, hier Maßnahmen einzuführen, und seien es nur entsprechende Hinweis- und Informationstafeln«, schlägt Jan Dinter vor.

Ein weiterer Unsinn, der auffällt, sind Hundekotbeutel. Sehr viele Hundebesitzer sammeln den Kot ihrer Vierbeiner zwar mit den dafür vorgesehenen Beuteln ein, schmeißen diese dann aber einfach ins nächste Gebüsch. Den Hauptteil des Abfalls macht aber natürlich der Verpackungsmüll aus: Bonbonpapiere, Snack-Packungen, die obligatorischen Coffee-to-go-Becher, etc.

»So haben wir auf unseren Putzete-Runden immer einen halbvollen Müllsack zusammengetragen, dessen Inhalt wir in öffentlichen Mülleimern entsorgt haben, nachdem wir die Glasflaschen aussortiert und in einen Glascontainer geworfen haben. Ab und an gibt’s auch schöne Überraschungen, einmal eine uralte Überraschungsei-Figur und dann tatsächlich eine Flaschenpost.«

Wochenblatt @: Graziella Verchio