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Abschied von Hans Flügel

Hans Flügel
Mundartdichter Hans Flügel ist im Alter von 91 Jahren am 20. April verstorben. swb-Bild: Archiv

Mundartdichter im Alter von 91 Jahren verstorben

Singen. Abschied nehmen muss die Region am Freitag, 27. April, 13 Uhr, auf dem Singener Waldfriedhof von Hans Flügel, dem Mundartdichter und Theaterautor, der am 20. April im Alter von 91 Jahren verstorben ist, oder der sein irdisches Dasein beendete, wie es seine Ehefrau Charlotte in der Todesanzeige ausdrückte. In den letzten Jahren war es schon still um den Mann geworden, der in seiner Hochzeit gerne als das Gegenstück zum schillernden Walter Fröhlich (Wafrö) gesehen wurde, welcher ihm schon im Jahr 2013 in den Alemannen-Himmel vorausgeeilt war.

Hans Flügel, gelernter Speditionskaufmann, entdeckte in den 1970er Jahren seine Leidenschaft für die geschriebene Mundart. Und während Walter Fröhlich im WOCHENBLATT unter dem Pseudonym Urban Klingele mit herzhaften Kolummnen die LeserInnen erfreute, suchte sich Hans Flügel die Rolle des »Krummuli« in der örtlichen Tageszeitung "Südkurier« um so manche Alefänzigkeit aus dem Hegau zu liebkosen. 1979 gab es das erste Theaterstück, neun Stücke wurden es insgesamt, wovon zwei von der Hegauer Mundartbühne von der am Neujahrstag 2016 verstorbenen Sigrun Mattes aufgeführt wurden. Auch Mundartbücher hat Hans Flügel verfasst, zum Beispiel 1982 »Sunneschii und Regeböge«, »Me isch au nu ein Mensch« im Jahr 1985, »We d' Singemer früehner gschwätzt hond« in Zusammenarbeit mit der Muettersproch-Gsellschaft und dem Hegau-Geschichtsverein in 1991 und zuletzt sein »Geflügeltes Alemannisch« im Eigenverlag 2001. In zahllosen Lesungen hat er zudem für das Hegauer Alemannisch geworben, welches er mit Hingabe zelebrierte. Schon 1991 wurde er mit der Johann-Peter Hebel-Medaille der Muettersproch-Gsellschaft ausgezeichnet, 1995 würdige sein damals schon reiches Lebenswerk der Kulturförderkreis Singen-Hegau mit einem Anerkennungspreis.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler