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»Alarmstimmung« im Landratsamt

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Symbolbild: Adobe-Stock

Corona-Zahlen steigen weiter/ Bundeswehr kommt dem Gesundheitsamt bei Kontaktnachverfolgung zu Hilfe

 

Landkreis Konstanz. Von »Alarmstimmung« sprach Landrat Zeno Danner am Dienstagmorgen mit Blick auf die weiter steigenden Corona-Zahlen im Landkreis Konstanz. Sowohl die Sieben-Tage-Inzidenz als auch die Belegung der Krankenhäuser mit positiv getesteten Menschen steigt aktuell weiter an. Am Dienstagabend wurde eine Sieben-Tage-Inzidenz von 172,9 gemeldet. »Wir bereiten daher eine Verordnung für die Verhängung einer Ausgangssperre vor«, erklärte Danner. Diese soll verhängt werden, wenn die Inzidenz von 150 drei Tage infolge überschritten wird. Dienstag war bereits Tag zwei, an dem dies der Fall war. Da hier allerdings aktuell an einer bundeseinheitlichen Lösung gearbeitet wird, könnte diese auch schon bald ab einer Inzidenz von 100 in Kraft treten. Um die Kontaktverfolgung im Gesundheitsamt trotz der hohen Inzidenzwerte weiterhin aufrechterhalten zu können, hat das Landratsamt die Hilfe der Bundeswehr angefordert. Noch diese Woche sollen die Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst am Telefon aufnehmen.

Die aktuellen Zahlen im Überblick

Aktuell gibt es im Landkreis 629 positiv getestete Menschen. Die Positivquote der Tests lag laut angaben des Landratsamts in KW 14 bei 26,6. Das ist im moment der aktuellste wert, der auf der Internetseite des Landratsamts veröffentlicht wird. In den Wochen davor lag die Positivquote meist zwischen 10 und 15 Prozent. KW 14 ist die Woche nach Ostern. Auch nach den Feiertagen zwischen den Jahren war die Positivquote erhöht. Seit Beginn der Pandemie sind 260 Menschen aus dem Landkreis im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Insgesamt wurden 33.929 Impfdosen im Kreisimpfzentrum und durch die mobilen Impfteams verabreicht, darunter sind 9.200 Zweitimpfungen. Insgesamt 57 Menschen werden aktuell im Zusammenhang mit Corona in den Krankenhäusern des Landkreises behandelt. »Wir müssen jetzt zusehen, dass wir die dritte Welle so schnell wie möglich brechen. Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen am kreisweiten Testwochenende vom 23. bis 25. April beteiligen«, betonte Prof. Frank Hinder, der Ärztliche Direktor des Hegau-Bodensee-Klinikums. Wie sein Konstanzer Kollege Prof. Marcus Schuchmann betonte seien das Problem nicht nur die Intensivkapazitäten. »Wir erleben einen enormen Druck auf die Krankenhauskapazitäten insgesamt«, so Schuchmann.

Testwochenende soll helfen Infektionsketten zu unterbrechen

Im Rahmen des landkreisweiten Testwochenendes sollen insgesamt 100.000 Schnelltests durchgeführt werden. Ziel der Aktion ist es, symptomfreie Infektionen zu finden, die ansonsten unentdeckt geblieben wären und sich unbemerkt weiterverbreiten könnten. Es geht letztendlich also darum möglichst viele Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrechen zu können, erläutert der Radolfzeller Oberbürgermeister Martin Staab, der für die Koordination der kreisweiten Testaktion verantwortlich ist. »Uns ist klar, dass dadurch die Inzidenzzahlen zunächst noch einmal ansteigen werden, aber wir erhoffen uns dadurch, dass die Zahlen danach wieder sinken, weil wir viele Infektionsketten unterbrechen konnten«, so Staab.

Wochenblatt @: Dominique Hahn