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„Architekt am Menschen“

Vincentius Ochs
Der neue Chefarzt der Vincetius-Klinik, Prof. Björn Gunnar Ochs (44) . swb-Bild: aj

Die Vincentius-Klinik freut sich über ihren neuen Chefarzt Prof. Björn Gunnar Ochs

Konstanz. Das renommierte Vincentius Krankenhaus hat seit dem 1. Januar 2019 einen neuen Chefarzt. Prof. Björn Gunnar Ochs (44) hat am 2. Januar seinen Dienst gestartet und die Freude über seinen neuen Arbeitsplatz ist ihm anzumerken. „Ein wunderschöner Neubau“ schwärmt er und lobt weiter: „alles auf dem neuesten Stand sei es im Patientenbereich oder die drei OP-Säle - das hat Universitätsniveau“ ist er begeistert. Und Ochs weiter: „Es ist eine große Freude, hier arbeiten zu dürfen“. Er verspricht: „Das Vincentius steht für hochwertige Endoprotheik – und so soll es bleiben“.

Mit dem Umzug des Vincentius Krankenhauses von der Laube auf das Areal des Konstanzer Klinikums in den Neubau und mit der rechtlichen Verschmelzung ist für das Traditionshaus eine neue Zeit angebrochen. Der Spagat, so GLKN Geschäftsführer Peter Fischer bei der Vorstellung von Gunnar Ochs vor der Presse, sei, das „alte“ Vincentius im Neubau zu erhalten und die Marke Vincentius fortzuführen, und gleichzeitig als modernes orthopädisches Krankenhaus in das bestehende Konstanzer Klinikum zu integrieren und weiter zu entwickeln. Fischer prognostizierte, dass das Vincentius am alten Standort aufgrund seines baulichen Zustands nicht zukunftsfähig gewesen wäre. So ist er nicht nur froh über den Neubau, sondern auch über den neuen Chefarzt, der sich nicht nur durch seine medizinische Kompetenz, sondern auch durch seine Sozialkompetenz für den Posten empfohlen habe.

Prof. Gunnar Ochs folgt auf Prof. Martin Lukoschek, der dem Haus 27 Jahre lang als Chefarzt gedient hatte und ebenso wie sein Vorgänger Ehler für einen überregionalen, sehr guten Ruf gesorgt hatte. Das ist im elektiven Bereich wie der Endoprothetik wichtig, betont Fischer, der zugleich Prof. Lukoschek dafür dankt, der er seinen Vertrag verlängert und letztlich anderthalb Jahre bei vollem Einsatz und Engagement länger als geplant gearbeitet hatte. Dafür verdiene er höchstes Lob und Dank, so Fischer.

Prof. Gunnar Ochs wurde in der Aufsichtsratssitzung vom 13. Juni 2018 zum neuen Chefarzt bestellt. Einer interdisziplinär besetzten Findungskommission oblag es, den richtigen Mann aus einer Vielzahl von geeigneten Kandidaten heraus zu filtern, die Wahl fiel einstimmig auf Ochs. Zu Konstanz hat Prof. Ochs gute Beziehungen: seine Schwiegermutter arbeitete über 30 Jahre als Krankenschwester im Klinikum Konstanz auf der Inneren und seine Frau, eine angesehene Gynäkologin und Oberärztin am Universitätsklinikum Tübingen, stammt aus Konstanz. Für den neuen Chefarzt war klar, dass der Wechsel nach Konstanz auch eine berufliche Perspektive für seine Frau bieten müsse. Das sicherten ihm die beiden Geschäftsführer zu. Zum neuen Schuljahrbeginn im September 2019 zieht die Familie mit den beiden kleinen Töchtern (2 und 6 Jahre alt) nach. Eine neue Bleibe hat die Familie in Konstanz auch schon gefunden.

Neben den privaten Beziehungen lockte natürlich auch der gute Ruf des Hauses. Mit Konstanz habe er schon immer geliebäugelt, gesteht Ochs, der zuletzt als Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg tätig war. Dort hat er die Zusatzweiterbildung Spezielle orthopädische Chirurgie abgeschlossen – diese Fortbildung war in der Stellenausschreibung gefordert worden und deshalb war er von der BG Unfallklinik Tübingen nach Freiburg gewechselt.

Seine vorklinische Ausbildung hat der gebürtige Reutlinger an der Friedrich-Schiller-Universität Jena absolviert, bevor es zum Weiterstudium an die Universität Freiburg ging, wo die Spezialisierung Richtung Orthopädie erfolgte. Sein AIP absolvierte Ochs an der „Kaderschmiede für Orthopädie“, an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg bei Prof. Ewerbeck, wo er danach auch als Assistenzarzt arbeitete, bevor er an die BG Unfallklinik Tübingen wechselte, wo die Facharztausbildung für Orthopädie und Unfallchirurgie erfolgte. Bereits als Oberarzt in Tübingen spezialisierte sich Ochs auf die Endoprothetik von Knie und Hüfte. 2016 folgte die Habilitation.

Der neue Chefarzt des Vincentius Klinikums will die Integration seiner Klinik ins Gesamtklinikum Konstanz voran bringen und die gemeinsame Infrastruktur und das vorhandene Netzwerk für die beste high-end-Medizin zu Gunsten der Patienten nutzen. Die Vernetzung mit der Unfallchirurgie durch die Gründung eines internen Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie hat begonnen, gemeinsam soll das große  Fach „O und U“ gelebt werden. Die ersten Schritte sind gemacht, Ochs plant die Zusammenarbeit  mit den Kollegen der Unfallchirurgie zu intensivieren. Auch gemeinsame Weiterbildungen sind geplant und beantragt. Da er Prof. Runkel, Chefarzt der Unfallchirurgie, schon lange kennt, ist der Draht kurz und gut. Für das Vincentius Krankenhaus plant er wieder die Grundzertifizierung DIN ISO und perspektivisch die Zertifizierung als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung.

Björn Gunnar Ochs, der sich wegen seiner Vorliebe zu handwerklichen Tätigkeiten auch hätte vorstellen können, Architekt zu werden, folgte dann doch dem Beispiel seines Vaters und wurde Arzt. Er ist ein begeisterter Mediziner und Arzt aus Leidenschaft und sieht sich als „Architekt am Menschen“. In seinem Ansatz spielt die Gesamtstatik eine große Rolle – Muskeln, Sehnen und Bänder, also das Weichteilmanagement, sei enorm wichtig, damit der Patient am Ende zufrieden sei. Er liebe die high-end-Chirurgie für elektive Patienten, schätzt die enge Arzt-Patienten-Beziehung und legt größten Wert auf strukturierte Patientengespräche und Einbeziehung der Angehörigen, wenn möglich. An seiner alten Wirkungsstätte hat er 40.000 Minuten des Jahres am OP Tisch verbracht und 500 Patienten im Jahr operiert. In Konstanz hat er die erste OP – ein navigiertes Kniegelenk – am 7. Januar gemacht, am 8. Januar folgte die erste Hüfte. 

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler