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Auch Häusler will mehr Verkaufsflächen im Singener Süden

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Bernd Häusler sagte dem Vorstand der IG Süd seine Unterstützung für die Ermöglichung von mehr Handelsflächen im Singener Gewerbegebiet zu. swb-Bild: of

IG Süd zeigt sich einig beim Weg in die Zukunft

Singen (of). Der Vorsitzende der IG Süd, Dirk Ohle, konnte am Mittwoch Abend eine sehr positive Bilanz über das letzte Jahr ziehen, denn die Leistungsschau 2013 war mit dann doch 78 Mitmachern bei bestem Wetter ein großer Erfolg gewesen. Auch über den Ausgang der Wahl zeigte sich Dirk Oehle erfreut, schließlich sei der neue OB Bernd Häusler ja im Singener Süden aufgewachsen. Das neue Gewerbegebiet „Tiefenreute“ an der Georg Fischer Straße habe sich mit Betrieben wie Bauhaus, Autohaus Bach oder Fenster Lauber prächtig entwickelt. „Veränderungen sind einfach das Salz in der Suppe“, so Oehle. Auch die neue Tankstelle anstelle der ehemaligen Flüchtlingsheime sei ein Gewinn für die ganze Südstadt. Die neue Verbindung zur B34 lobte Oehle in den höchsten Tönen. „Diese Brücke mit ihrem Ausblick habe eigentlich einen Namen verdient“, schwärmte er. Und die Geschäftsführerin von Singen aktiv, Claudia Kessler-Franzen hatte dazu auch gleich einen ersten persönlichen Vorschlag: „Hohentwielblick“ würde sie das Bauwerk gerne nennen, das über 50 Jahre lang geplant wurde.

Natürlich war nicht alles auf der Sonnenseite: Die im letzten Jahr ausgesprochene Kritik an den Zonen für Einzelhandel im Gewerbegebiet besteht nach wie vor. Und auch in mancher Straße drohten Autos angesichts der Unebenheiten und fehlendem Endausbau abzuheben.

Oehle wiederholte den Standpunkt der IG Süd, dass Singen ein Shopping-Center am Bahnhof von ECE brauche. „Wir können uns nicht auf den positiven Kennziffern ausruhen“, so Oehle.

In der Versammlung galt es den kompletten Vorstand neu zu Wählen. Er wurde mit dem Vorsitzenden Dirk Oehle, seinen Stellvertretern Michael Kramer und Roland Cron, Schatzmeister Roland Striebel, Schriftführer Werner Berchtold, den Beisitzern Rudolph Babeck, Klaus Wenzel, Klaus Bach, Jan Aust komplett bestätigt.

OB Bernd Häusler kündige in seinem Grußwort an, dass in diesem und dem nächsten Jahr der Endausbau des Pfaffenhäule, wie der Schüttler-Straße im Hardmühl-Nord erfolgen solle. Häusler sagte, dass er die kritisierte Zuteilung der Zone „III“ im größten teil des Singener Gewerbegebiets für reine Handwerksbetriebe nie verstanden habe. Deshalb wolle er sich dafür einsetzen, dass im ganzen Gewerbegebiet im Süden auch „nicht zentrenrelevante Sortimente“ anbieten zu können, das könne allerdings auch nicht übers Knie gebrochen werden. Häusler dämpfte hier Erwartungen, dass dadurch auch freie Flächen schneller besetzt würden, das zeige auch das Beispiel der Flächen zwischen dem alten Bauhaus und Aldi an der Industriestraße. Auf der anderen Seite sei es sehr ärgerlich gewesen, ein Unternehmen wie Fahrrad Graf zu verlieren, weil man dem Einzelhandelsbetrieb keine Flächen für 1.500 Quadratmeter Verkaufsfläche habe anbieten können und dieser nun in eine andere Gemeinde ausgezogen sei.

Zu ECE bleibt Häusler auf seinem Standpunkt: „Ich bin für einen Wettbewerb, aber nicht für einen ruinösen Wettbewerb.“  Die Flächen eines solchen geplanten Shopping-Centers sollten für die Stadt verträglich sein und könnten nicht durch einen Investor diktiert werden.“ Am 7. April wird zu diesem Thema mit Vertretern von ECE persönlich weiter diskutiert.

Dr. Gerd Springe zeigte in seinem Grußwort, dass Singen sich in den letzten Jahren aus dem eigenen Bestand sehr gut entwickelt habe, was die Investitionen vieler Firmen verdeutlichten. Was das Shopping-Center betrifft, bot Springe eine Moderation an, schon weil es in der Stadt sehr unterschiedliche Standpunkte dazu gebe. „Trauen wir uns zu, in unserer Stadt zusätzlich Lust auf das Einkaufen zu machen?“, ist da nur eine von vielen Fragen. Singen sei ein Chancenstandort und solle es auch bleiben, schloss er im Applaus der IG-Süd Mitglieder und der Gäste.

Im Referat des Abends sprach der Leiter der Agentur für Arbeit in Singen, Klaus Schramm, zum Thema „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel“, denn gerade im Singener Süden gibt es auch viele offene Stellen. Seine Schilderungen der künftigen Entwicklungen durch den demographischen Wandel und noch zu wenig Zuwanderung waren dramatisch. Fortbildung und Qualifizierung werden zu Schlüsselbegriffen für die Unternehmen, um ihren Bedarf an Fachkräften decken zu können. Sein Angebot: das Programm WeGebAU, bei dem die Arbeitsagentur rund die Hälfte der Kosten übernimmt. Das Programm ist zum Beispiel für Mitarbeiter gedacht, die keine Ausbildung in den Beruf haben, in dem sie Arbeiten. Die Agentur helfe sogar, diese „Schätze“ in den Betrieben ausfindig zu machen, warb Schramm. „Wir wollen das machen, solange wir Knete dafür haben.“

Wochenblatt @: Oliver Fiedler

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