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Ausführliche Debatte zu Plänen für Shopping-Center

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Erste große Entwürfe des geplanten Shopping-Center am Singener Bahnhofplatz wurden am Montag Abend von ECE vorgestellt. swb-Bild:of

ECE stellte Pläne für Singen erstmals öffentlich vor

Singen (of). Am Montag Abend gab es die erwartet kontroverse Debatte um die Planungen für ein großes Shopping-Center des Hamburger Unternehmens ECE, das in Europe nach eigenen Angaben bereits 132 solcher Center mit über fünf Millionen Quadratmetern Verkaufsfläche gebaut hat und auch selbst betreut. „Wir sind ganz am Anfang eines Prozesses und machen einen Vorschlag, den wir gerne mit ihrem Vertrauen weiter entwickeln würden. Bauleitplan- und Raumordnungsverfahren, würden mindestens eineinhalb bis zwei Jahre in Anspruch zu nehmen. „Wir brauchen aber einen Startschuss“, betonte Markus Janko der aus Hamburg angereist war, am Montag Abend. Das wurde auch immer wieder beschworen. „Der Beschluss, in das Bauleitplanungsverfahren einzusteigen, bedeutet nicht, dass gleich die Bagger kommen“, so Axel Diewald, der die ECE-Center im Südwesten betreut. „Mit dem Aufstellungsbeschluss ist nicht entschieden, dass ECE mit 16.000 Quadratmetern kommt“, sagte OB Häusler zum Einstieg in die Diskussion. Es sei der Start für einen Planungsprozess. Diese Planung wolle man gemeinsam entwickeln. Zudem sei ja für das Raumordungsverfahren des Regierungspräsidiums ein weiteres Gutachten in Arbeit, das bis Ende April vorliegen soll. Für ihn steht im Vordergrund, dass es eine neue Entwicklung im sogenannten Holzer-Areal geben müsse, weil die ein Eingangstor zur Stadt ist. Ob dies letztlich mit ECE als Partner geschehe, sei mit dem Start der Planungen keineswegs besiegelt. Allerdings habe sich ECE natürlich bis jetzt als einziger Investor für das Projekt engagiert.

Die Vorbehalte des Handels gegen das Projekt kamen an diesem Abend in ganzer Schärfe zum Ausdruck. Karl Wager als Sprecher des City Ring  äusserte das Gefühl hier zu Beerdigung der Singener Innenstadt eingeladen worden zu sein. Die Planungen von ECE hätten „ruinöse Dimensionen“ für den übrigen Handel in der Stadt. Dem schlossen sich eine ganze Reihe von Händlern in der Stadt an. Manuel Waizenegger vom Modehaus Zinser kritisierte, dass man eigentlich keine Auswahl habe. Es gebe nur einen Investor zu dem man ja oder nein sagen könne. Das sei ihm eigentlich zu wenig. Thomas Przybylski schätzte, dass zwei drittel der Umsätze von anderen Betrieben abgezogen würden. Deshalb würden den 600 Arbeitsplätzen, deren Schaffung ECE bei einer Realisierung ankündigte, auch Verluste bei den bestehenden Geschäften entgegen zu halten. Thomas Kornmayer: rechnete vor. Er schätzt, dass ein ECE wohl an die 70 Millionen Umsätze mache, davon könne man vielleicht 30 Millionen davon zusätzlich vom Umland holen. Die restlichen 40 Millionen würden aus der Stadt weggenommen. Diese Umsatzzahl wurde in dieser Höhe von den ECE vertretern allerdings nicht bestätigt. Diese machten auch das Angebot, die Gestalt dieses Centers mit den örtlichen Händler zu besprechen. Eine „kleine Lösung“ könne es allerdings nicht geben. Sonst fuktioniere ein solches Center als Frequenzbringer für die Stadt nicht mehr. „Die Menschen gehen im Internet Zeitalter auch dort hin, wo sie eine Verfügbarkeit der Dinge erwarten, die sie suchen“, so Axel Diewald.

Valentin Hadelich, Architekt von ECE hatte schon dreimdimensionale Präsentationen von der Kubatur seiner Pläne mit gebracht. Man beabsichtige nicht nur ein großes Shopping-Center zu realisieren, sondern wolle an der Ecke Bahnhof-/August Ruf Straße ein eigenständiges Geschäftshaus plazieren, das einem Anbieter vorbehalten sei. Weil das Grundstück durch das Café Hanser oder das ehemalige „Hotel Viktoria“ unterbrochen und auch anspruchsvoll sei wolle man durchaus mit einem Baukörper auf die städtische Strukturen eingehen. So wolle man zur Hegau-Straße hin ein eher kleinteiliges Erscheinungsbild darstellen.

OB Bernd Häusler zeigte sich am Schluss der fast vierstündigen Veranstaltung zufrieden. Der Handel verweigert sich einer weiteren Entwicklung nicht, so das Fazit Häuslers. Ob man nun noch sieben Monate diskutiert, werde an den Standpunkten erst mal nichts ändern. Wichtig sei viel mehr, dass man in eine Planung für den Standort Singen einsteige.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler

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