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Ausstellung wider das Vergessen

Jugendkonzentrationslager Ausstellung
Der Verein InSi und »Demokratie leben« haben eine Ausstellung zu den Jugendkonzentrationslagern in der NS-Zeit organisiert (v.l.): Bernhard Gruneald, Nadja Malcangi und Marcel Da Rin. swb-Bild: stm

Mahnende Erinnerung an Jugendkonzentrationslager / Führungen für Schulklassen möglich

Singen. In den Jahren 1940 bis 45 wurden aufgrund politischer, religiöser, rassischer und vor allem sozialer Verfolgung wurden Mädchen in Uckermark und Jungen in Moringen als sogenannten »Gemeinschaftsfremde« weggesperrt und gequält. Insgesamt 3.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 25 Jahren wurden in den beiden Jugendkonzentrationslagern während NS-Diktaktur inhaftiert - allein in Moringen fanden 60 junge Menschen hierbei den Tod.

Einen Einblick in dieses für viele bislang unbekannte Schrecken gibt die Ausstellung »Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben« von Mittwoch 14. bis Freitag, 30. November im Foyer des Singener Rathauses. 320.000 Besucher in 285 Städten haben diese Ausstellung, in in Singen vom Verein InSi (Integration in Singen) und »Demokratie Leben« organsiert wird, schon gesehen.

Für Organisator und den stellvertretenden Vorsitzenden von InSi, Bernhard Grunewald, dessen Vater Wolfgang selbst 30 Monate in Moringen inhaftiert war, ist es in einer Zeit, in der das Handeln der Nazi-Diktatur in Deutschland teilweise verharmlost werde, wichtig zu zeigen, was die Nazis wirklich gemacht haben. Der Grund für eine Inhaftierung von jungen Menschen konnte beispielsweise die Vorliebe für Swing oder Jazzmusik sein. Deshalb müsse man aufpassen, heutzutage Menschen auszugrenzen, warnt Grunewald.  

Durch die Konzeption erschließt sich die Ausstellung im Rathaus jedem Betrachter ohne Vorwissen. Doch natürlich gibt es eine Eröffnung am Donnerstag, 15. November 19 Uhr mit einem Grußwort von OB Bernd Häusler und einer Einführung von Organitor Martin Guse, der seit 1993 die Ausstellung begleitet. Zudem gibt es einen Workshop am Freitag, 16. November von 9 bis 14 Uhr. Eine verbindliche Anmeldung hierfür ist unter skp@singen.de nötig.  

Die Organisatoren wünschen sich eine Beteiligung von Lehrern hierbei – Stichwort Lehrerinnenförtbildung. Denn die Ausstellung ist eine sehr gute Möglichkeit, das Thema Gewaltherrschaft im Dritten Reich anhand der Jugendkonzentrationslagern aufzuarbeiten. Für die Schulklassen bestünde auch die Möglichkeit, so Marcel Da Rin von der Singener Kriminalprävention eine separate Führung zu erhalten. Ergänzend wäre für Schulklassen auch eine Vorführung des Films »Nacht und Nebel« mit schockierenden Einblicken über den KZ-Alltag denkbar.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr