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»Banks against Future!«

Fridays Weltspartag
Mit einem Flashmob „Banks against Future!“ protestieren AktivistInnen von Fridays vor Future und Extinction Rebellion am Freitag vor Konstanzer Banken. swb-Bild: FFF

Flaschmob von »Friedays for Futute« und »Extinction Rebellion« vor Konstanzer Banken

Konstanz. Ungewöhnliche Szenen vor der Filiale der Sparkasse Bodensee am Konstanzer Bahnhofsplatz am Freitag zum "Weltspartag". Wie auf ein Zeichen fielen rund 20 Menschen direkt vor dem Eingang plötzlich um und blieben wie tot liegen, vor ihnen ein Banner mit der Aufschrift „Banks against Future!“. Eine Stunde später standen AktivistInnen mit Bannern auch rund um die Commerzbank Filiale an der Marktstätte, auf den Boden haben sie »Fossil Banks, No Thanks« mit Sprühkreide geschrieben.

Die Flashmob-Aktionen, von den Konstanzer Klimagruppen »Fridays for Future« und »Extinction Rebellion« gemeinsam inszeniert, sollten auf die „tödlichen Geschäfte“ verweisen in die auch Konstanzer Banken verwickelt seien. Anlass war ein Aufruf der Organisation »urgewald« zum Weltspartag. In mehr als 30 Städten demonstrierten Menschen unter dem Motto: „Deutsche Banken: Raus aus Kohle und Rüstung!“  Denn, so Manuel Oestringer von Fridays for Future: „Auch heute noch heizen viele Banken internationale Konflikte und die Klimakrise weiter an, indem sie Gelde von Kohle- und Rüstungsunternehmen sind. Auch die öffentlichen Sparkassen machen da leider keinen Unterschied. Das muss ganz schnell geändert werden!“

Die regionalen Sparkassen, wie die Sparkasse Bodensee, sind über ihr Zentralinstitut, der baden-württembergischen Landesbank (LBBW), sowie über ihre konzerneigene Investmentbank Deka, Geldgeber und Anteilseigner von Unternehmen die die Klimakrise aktiv anheizen oder Waffen in Kriegsregionen verkaufen. So ist beispielsweise die LBBW einer der größten Kreditgeber des Energiekonzerns RWE, der aufgrund seiner zahlreichen Kohlekraftwerke größter CO2-Emittent Europas ist. Über Investmentfonds wie den DekaInvestfonds sind die Sparkassen zusätzlich einer der größten deutschen Aktien-Investoren bei RWE. Auch in Rüstung investiert die Deka. So zum Beispiel in den Panzerhersteller Rheinmetall dessen Leopard 2 Kampfpanzer in Kriegsgebieten wie Nordsyrien oder im Jemen eingesetzt werden.

Fridays for Future wählte die örtliche Sparkasse Bodensee für ihren Protest, da diese als kommunales Kreditinstitut, aus ihrer Sicht, dem Gemeinwohl verpflichtet sein sollte. Zudem sitzen mehrere Konstanzer Stadträte im Verwaltungsrat der Sparkasse Bodensee, Oberbürgermeister Uli Burchardt ist dessen Vorsitzender.
Die jungen Klimaschützer*innen fordern, dass die Sparkassen umgehend die Kreditvergabe an Unternehmen der fossilen Energiewirtschaft und der Rüstungsindustrie beenden. Da die Wirtschaft der Bodenseeregion besonders stark von zahlreichen, auch mittelständischen, Rüstungsunternehmen geprägt ist, fordert Fridays for Future, von der Sparkasse Bodensee zudem einen klarer Ausschluss von Rüstungsfirmen bei der Kreditvergabe.

„Vor anderthalb Jahren haben Uli Burchard und der Konstanzer Gemeinderat den Klimanotstand ausgerufen. Jetzt ist es höchste Zeit, dass sich unser OB im Verwaltungsrat der Sparkasse Bodensee entschieden dafür einsetzt, dass von ihr nur noch nachhaltige Geldanlagen angeboten werden.“ so Jared Schiffer von Fridays for Future. „Es kann nicht sein, dass öffentliche Einrichtung wie die Sparkassen immer noch die Klimazerstörung von Kohlekonzernen wie RWE finanzieren!“

Auch die von Extinction Rebellion kritisierte Commerzbank legt bei der Verwendung ihrer Gelder keine höheren ethischen Standards an. So ist auch sie einer der wichtigsten Kreditgeber von RWE, Geldgeber von Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall und mit 1,1 Milliarden Euro Gesamtinvestitionen in Atomwaffenproduzenten sogar am nuklearen Wettrüsten beteiligt. „Wir rufen alle Kunden dieser Banken auf, ihre Hausbank dazu aufzufordern, klare ethische Grundregeln bei der Kreditvergabe und bei Investitionen anzuwenden. Solange das nicht passiert, hilft leider nur der Wechsel zu einer der wenigen Nachhaltigkeitsbanken, die die Klimakrise nicht weiter mit dem Geld ihrer Kunden anheizen,« so Klimaaktivistin Christine Mellau. Ethische Banken sind aus Sicht der Klimaschützer die GLS Bank, die Ethikbank, die Umweltbank, die Triodos Bank, sowie die Smartphone Bank Tomorrow.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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