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Bauchweh zu Singener Expansionsplänen

Tiefenreute
Die Stadt Singen plant eine massive Erweiterung für den Gewerbeabschnitt Tiefenreute. das Untersuchtungsgebiet ist rot umrandet. swb-Bild: Stadt Singen

Gemeinderat in Rielasingen diskutiert lange über Anfrage zu Tiefenreute 1-3

Rielasingen-Worblingen. Mit Argusaugen verfolgt die Gemeinde Rielasingen-Worblingen die aktuellen Pläne der Stadt Singen im Gebiet „Tiefenreute“ im großen Stil neue Gewerbeflächen wie Wohnfläche zu schaffen. Wie Hartmut Riester in der Sitzung erläuterte, könnten eventuell jedoch Nachteile dadurch für die Gemeinde entstehen, wenn diese auch einen Flächenbedarf anmelden wolle, was ja auch schon bald der Fall sein dürfte, da auch in Rielasingen-Worblingen so gut wie keine Flächen mehr zur Gewerbeentwicklung zur Verfügung stehen. Denn bei der Flächennutzungsplanung würden die Flächen auf alle vier Kommunen der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Singen berechnet, so dass die dort vorgesehenen Flächen im „Tiefenreute“ – sie sie zum größten Teil noch gar nicht im Flächennutzungsplan 2020 enthalten – die Gemeinde bei weiteren Expansionen behindern könnte. „Wenn Singen ein Mehr an Flächen haben will, darf das nicht zu unserem Nachteil sein“, antwortete Ortsbaumeister Martin Doerries auf eine Nachfrage von Gemeinderat Axel Politz. Volkmar Brielmann fragte an, ob man für den anstehenden neuen Flächennutzungsplan nicht zum Beispiel Schlüssel festlegen könne, bei der jeder Gemeinde bestimmte Prozentquoten zugewiesen würden. Das sei aber nicht möglich, sagte Doerries. Dr. Wieland Spur bezeifelte in der Sitzung insgesamt die Sinnhaftigkeit dieser Verwaltungsgemeinschaft. Volkmar Brielmann hakte in der längeren Diskussion nach und schlug vor, die vorgefasste Formulierung der Verwaltung dahingehend zu ergänzen, dass die Gemeinde auch keine Nachteile in Sachen Wohnungsbau erleiden wolle, dem wurde stattgegeben durch die weiteren Gemeinderäte. Ortsbaumeister Doerries verwies zur weiteren Information darauf, dass die auf dem Plan aufgezeichnete Fläche erst einmal nur ein Untersuchungsgebiet sei. Wie viel davon Gewerbefläche werde, oder was davon an Wohnflächen genutzt werden solle, darüber gebe es noch keinerlei Aussagen.  Dazu müsse nach der nun laufenden Untersuchung erst noch eine konkretere Planung erstellt werden, die dann wiederum auch einer Änderung des Flächennutzungsplans bedürfe. Die Stadt Singen hat freilich für dieses Gebiet erst einmal nur eine Absichtserklärung zur Entwicklung öffentlich angekündigt. Der Grunderwerb des sehr kleinteilig aufgegliederten Geländes müsste vor weiteren Schritten erst erfolgreich bewältigt werden.


Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler