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Besonders Maß der Theaterkultur

Färbe Spielzeit
Cornelia Heintschel präsentiert den neuen Spielplan der Färbe. Das Schauspielerensemble (v.r.): Elmar Kühling, Milena Weber, Frank Großjohann, Emma Steimke und Dieter Ostermann. swb-Bild: stm

Spielzeiteröffnung beim Theaterfest der Färbe

Singen. Die Bedeutung der Färbe als Ort der Kultur in Singen lässt sich an der großen Resonanz auf das Theaterfest am Sonntagmorgen ablesen. Großer Dank dafür gebührt Peter Simon, der vor nun über 40 Jahren die zuvor als landwirtschaftliche Räume und Färberei genutzten Ort zum Theater – und damit zum »kommunikativen Ort« umbaute, wie die 1. Vorsitzende des Fördervereins Veronika Netzhammer bei der Spielzeiteröffnung der Färbe betonte, die sich traditionell zur Eröffnung der Theater- und Kultursaison in Singen etabliert habe. Den Prozess von Simons Rückzug kündigte sie für die nächsten Monate an.

Erste Premiere der neuen Spielzeit wird am 16. Oktober »Das Maß der Dinge« des amerikanischen Autors Neil LaBute sein, so Spielleiterin Cornelia Hentschel. »Die Manulierbarkeit der Liebesbeziehung mit diabolischem Unterton« stehe in dem zeitgenössischen Stück im Vordergrund. Dies wird zugelich die 1. Inszenierung von Cornelia Heintschel selbst sein, wie sie erklärte, wobei Färbe-Schauspieler und Regisseur Elmar Kühling sie als Co-Regisseur unterstützt. Letzterer gab dem Stück scherzhaft den Titel »Kunst, Erotik und eine Hochzeit unter Wasser«.

Das zweite Theaterstück der Spielzeit ist noch ein Geheimnis. Auch der Färbe-Beitrag zur diesjährigen Singener Theaternacht am 30. November stehe noch nicht fest, so die Spielleiterin. Danach wird Fabian Dobler mit einer Operettenkomödie mit dem Arbeitstitel »Geigen flüstern nicht« nach Singen zurückkehren.

Zudem gab Cornelia Heintschel weitere Einsicht die Spielplanung, so würden Gespräche mit dem Regisseur Klaus Hämmerle und Alexander Klages geführt. Voll de Lobes war sie ob des neben Elmar Kühling jungen Ensembles für diese Spielzeit. Allen voran Milena Weber, die in der letzten Spielzeit als die Jungfrau von Orleans brillierte. Heintschel deutete an, dass das Ausnahmetalent nach vier Jahren Singen irgendwann in die große Theaterwelt weiterziehen könnte.

Seit der letzten Spielzeit mit im Ensemble ist Daniel Ostermann, der wie die 19-jährige Berliner Emma Steinke und der talentierte Ex-FSJler Frank Großjohann ebenfalls ihr Talent beim Lesestück von Ephraim Kishons »Lamento für einen jungen Schauspieler« bewiesen. Komplettiert werden soll das Ensemble im Oktober von Daniel Leers, einem Regisseur und Schauspieler aus Waldshut und Yannick Rau.

Das Publikum der Färbe darf sich zudem auf weitere spannende Veranstaltungen freuen: Ob die Lesung von Paula Quast am 15. Oktober in der Basilika stattfindet, ist ebenso offen, wie die Frage, ob die Veranstaltung zum 50. Todestag von Otto Dix, bei der mehrere Färbeschauspieler mitgewirkt haben, in der Färbe noch einmal aufgeführt wird.

Die würdige Feier zum 40-jährigen Jubiläum, die fünfte Teilnahme bei den Privattheatertagen oder die Talkrunde »Auf ein Wort« - die Highlights in der zurückliegenden Spielzeit waren zahlreich und vielfältig. Erfreulich auch, dass die Ballettschule von Milly van Lit von Ines Kuhlicke weitergeführt wird. Ebenso dankte Heitschel dem Restaurantteam.

Schon am Montag startet der Jazz-Jour-Fixe, den Dieter Rühland vor zehn Jahren ins Leben gerufen hatte, mit LADWIG’S HORNS & BEAT ab 20.15 Uhr in die neue Spielzeit. Rühland selbst begleitete musikalisch mit seiner Band das Theaterfest.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr